Zeitung Heute : "Play Castle": Tirols "Erlebniswelt" geht in Konkurs

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Ausgespielt! Das Seefelder "Play Castle" ist pleite. Als der Tiroler Hotelier Hannes Seyrling im Mai 1999 seine so genannte Erlebniswelt an die Front im Kampf um die Österreich-Touristen schickte, war mancher Beobachter skeptisch, doch der Wirt verkündete, das klassische Angebotssortiment der Hotels habe keine Chance mehr. Gemeinsam mit mehreren Partnern steckte Seyrling rund 25 Millionen Mark in die "Erlebniswelt". Mitgesellschafterin Hypo Bank Tirol sieht nach enttäuschenden Besucherzahlen - nicht einmal die Hälfte der einkalkulierten 300.000 kamen - keine Chance mehr für das Objekt und hat als Hauptgeschädigte das Insolvenzverfahren gegen die Betreibergesellschaft eingeleitet. Dabei hatte sich die Schwäche von "Europas größtem Erlebnis-Schloss" schon vor der Eröffnung abgezeichnet. Dem Freizeitpark inmitten einer der schönsten Urlaubsregionen Österreichs fehlte zum Beispiel jeglicher Unterhaltungswert für die Eltern der als Zielgruppe angepeilten Kinder. Zudem hatte das Unternehmen kein Geld für ein professionelles Marketing sowie notwendige Nachbesserungen am schrägen Konzept. Nun ist der Hotelier Seyrling nach eigenen Angaben um vier Millionen Mark ärmer. Doch wie schrieben wir nach der Eröffnung in einem Kommentar am 6. Juni 1999: "Dass die Play Castle-Menschen uns weismachen wollen, in dem Disneyland-Verschnitt liege die Zukunft des Tourismus für Tirol, Österreich oder gar ganz Europa, ist frech. Aber Frechheit siegt ja nicht immer."

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