Zeitung Heute : Pleite!

Antje Sirleschtov

"Insolvenz" - grrr... was für ein kompliziertes Wort. Seit ein paar Tagen reden die Leute ständig darüber. Dabei haben sie ernste Gesichter, denn das Wort bedeutet, dass ein Unternehmen kein Geld mehr hat, um seine Rechnungen und die Löhne für die Arbeiter zu bezahlen. Seit vergangenem Montag ist das Münchner Unternehmen Kirch in der Insolvenz. Zu Kirch gehören viele Fernsehsender und Radiostationen, zum Beispiel Pro7 und Sat1. Der Gründer Leo Kirch hat sich verrechnet. Er wollte zu viele Geschäfte machen und ist dabei ein großes Risiko eingegangen. So hat er von den Fußballvereinen und den Autofabriken für sehr viel Geld das Recht gekauft, ganz allein die wichtigen Autorennen und Spiele im Fernsehen zu zeigen. Er hoffte, dass die Leute für seinen Sender "Premiere" Geld bezahlen, um die Fußballspiele sehen zu können. Doch das wollten nur wenige. Deshalb ist Kirch jetzt pleite. Nun wollen andere seine Fernsehsender kaufen, denn schließlich gucken viele Leute auch nach der Pleite Pro7 und Sat 1. Damit kann man Geld verdienen. Streit gibt es nun, weil auch der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi Fernsehsender von Kirch kaufen will. Doch der Eigentümer eines Fernsehsenders kann darüber bestimmen, was die Menschen am Bildschirm sehen. Wenn ein Politiker wie Berlusconi einen Fernsehsender besitzt, besteht die Gefahr, dass er für sich und seine Politik Werbung macht. Die Sender ARD und ZDF gehören dem Staat, dort wachen Rundfunkräte darüber, dass keine politische Meinung allein über die Bildschirme flimmert. Wie man das auch bei privaten Sendern erreichen kann, darüber sprechen die deutschen Politiker nun.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben