Zeitung Heute : Pleiten schützen vor Zahlungen nicht

Max Herbst

In der jüngeren Vergangenheit geschah es zwei Mal, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zwei kleinere Banken schließen ließ, weil diese in Schwierigkeiten geraten waren. Die Folge: Die Anleger kamen nicht mehr an ihr Geld, konnten weder über ihr Depot noch über ihre Geldanlage verfügen. Bleibt die Bank dauerhaft geschlossen, droht den Sparern ein größerer Schaden. Wie aber verhält es sich, wenn der Kunde Baugeld von einem solchen Institut erhielt und dieser Kredit im Grundbuch abgesichert ist?

Dann gilt der Vertrag, der mit dem Geldgeber vereinbart ist, auch weiterhin. Das heißt, der Bauherr hat auch für die verbleibende Vertragslaufzeit seine Zinsen und Tilgungen zu überweisen. Das Geld kann er entweder an die bisherige Adresse überweisen oder auch an den Rechtsnachfolger der in Schwierigkeiten geratenen Bank.

Auch vor der Beschaffung günstiger Kredite durch Vermittler haben so manche Bauherren Bedenken. Sie fürchten, der Anbieter könnte bankrott gehen oder das Geld veruntreuen. Solche Bedenken sind oft unbegründet. Sie sollten jedoch nur Kopien von Dokumenten an Vermittler schicken, die Originale bei der Bank einreichen. Zudem haben Kreditberater keinen Anspruch auf eine Provision vom Kreditnehmer. In der Regel entlohnt die Bank, die von seinen Diensten profitiert, seine Mühen. Ist dies nicht oder nur zum Teil der Fall, dann sollte der Kreditnehmer die von ihm fällige Provision in den Effektivzins einrechnen lassen. Unter Umständen ist dann ein auf den ersten Blick günstiges Angebot doch nicht wirklich preiswert.

Grundsätzlich gilt: Ein Vermittler hat sein Geld erst dann verdient, wenn die Bank den Kredit schriftlich zusagt. Und: Vermittler sind keine Berater, da erstere für die Vermittlung eines Kredites Geld erhalten. Ein Berater sollte keine Kredite vermitteln. Dies würde zu Konflikten führen, da er vermutlich versucht wäre, immer nur solche Angebote feilzubieten, die ihm die größten Provisionen bescheren.

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