POESIE WELTWEITDie Lyrikline feiert zehnjähriges Bestehen : Das große Wortkonzert

Noemi Hahnehmann

Einen Twitter-Account und einen Blog hat sich die Mannschaft der Lyrikline inzwischen auch schon zugelegt. Ansonsten funktioniert das 2005 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnete Portal (www. lyrikline.org) mit der gleichen wunderbaren Zuverlässigkeit, mit der es vor zehn Jahren seinen Dienst aufnahm. Denn „Gedichte sollte man“, wie es im Programm der von der Berliner Literaturwerkstatt initiierten Website heißt, „ laut sprechen, und Gedichte wollen gehört werden. Laut vorgetragen offenbaren sie ihre Musikalität. Wo auch immer auf der Welt und in welcher Sprache auch immer gesprochen, ist das Gedicht als Gedicht erkennbar, als geformte Sprache, als Wortkonzert.“

Das kann man anhand von 5400 Gedichten von 590 Dichtern aus 49 Sprachen und – vor allem – 6500 Übersetzungen in 48 Sprachen überprüfen. Man kann die Begeisterung der Lyrikliner und ihres Publikums, das scheinbar Unmögliche geschafft zu haben, nur teilen: „Die älteste literarische Kunstform, die Poesie, und das jüngste Kommunikationsmedium, das Internet, gehen zusammen. Auf Tastendruck erklingen Gedichte – vom Autor oder der Autorin in Orginalsprache selbst gelesen.“

Das wird jetzt in einer Festwoche begangen, mit der ganzen Vielfalt der Formen, die das Unternehmen ausmacht. Den Auftakt macht am 26.10. unter anderem die Berliner Dichterin Monika Rinck (Foto) und die Südafrikanerin Lebogang Mashile, begleitet von der Jazzpianistin Aki Takase. Das Finale am 31. Oktober im Tape Club bestreiten zehn internationale Dichter von Babangoni wawa Chisale aus Malawi bis zu Thomas Möhlmann aus den Niederlanden. Noemi Hahnehmann

diverse Orte, Mo 26.10. bis Sa 31.10., Eintritt überwiegend frei, Anmeldung teils erforderlich.

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