POETISCHES GIPFELTREFFEN Simon Armitage und Ken Babstock : Verse unter Freunden

„Es gibt“, so hat der englische Lyriker Simon Armitage (Foto) in seinem Band „All Points North“ einmal über den Akt des Dichtens geschrieben, „keine andere menschliche Aktivität, die Unbewegtheit und Stille mit so großer Energie verbindet“. Diese Energie strahlt aus, von West Yorkshire, wo er lebt, nach Sheffield in South Yorkshire, wo er vor einem guten Jahr Professor for Poetry geworden ist, Und von dort aus nach Deutschland, wo sein Dichterkollege Jan Wagner mit „Zoom!“ im Berlin Verlag einen zweisprachigen Auswahlband herausgegeben und übersetzt hat, der von Witz, Charme, thematischer Handfestigkeit und formaler Finesse dieses produktiven Zeitgenossen ein hervorragendes Zeugnis ablegt.

Für England ist der 1963 geborene Brite das, was der sieben Jahre jüngere Ken Babstock für Kanada ist: die bedeutendste lyrische Stimme seiner Generation. Mit „Methodist Hatchet“ (House of Anansi Press) hat der gerade als DAAD-Stipendiat in Berlin lebende Poet seinen vierten Gedichtband vorgelegt: vom Wort- wie vom Gedankenmaterial her ein Buch von verspielter Intellektualität, in dem er sich vor John Ashbery, David Foster Wallace, Ovid, Theodor W. Adorno und Robert Rauschenberg gleichermaßen verneigt. Einige von Ken Babstocks Texten hat sein Wilhelmshorster Dichterkollege Lutz Seiler schon ins Deutsche gerettet – ein Buch steht allerdings noch aus. Was sich Armitage und Babstock zu sagen haben, will nun Claudia Kramatschek zusammen mit den auch eigene Gedichte lesenden Übersetzern unter dem schönen Motto „Vier Freunde sollt ihr sein“ in der Literaturwerkstatt herausfinden. Gregor Dotzauer

Literaturwerkstatt Berlin, Di 27.3., 20 Uhr,

6 €, erm. 4 €

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