Zeitung Heute : Polen – Ekuador

WM-Stadion Gelsenkirchen 21.00 Uhr, live im ZDF und auf Premiere

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Es ist lange her, dass Auftritte einer polnischen Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft gefürchtet waren. Ihr ganz großes Team hatten die Polen wohl 1974, als sie bei der WM in Deutschland bei der legendären Wasserschlacht von Frankfurt in der zweiten Runde – damals gab es da eine Gruppenphase – 0:1 gegen den späteren Weltmeister Deutschland verloren. Paul Breitner sagte kürzlich sogar: „Die Polen waren damals die beste Mannschaft im Turnier.“

Insgesamt sechsmal nahm Polen an einer WM-Endrunde teil. 1974 in Deutschland und 1982 in Spanien feierte es seine größten Erfolge, als jeweils der dritte Platz erreicht wurde. Das ist eine gute Bilanz, wenn man sie mit dem heutigen WM-Auftaktgegner der Polen in der Schalker Arena vergleicht: Ekuador qualifizierte sich nach 2002 erst zum zweiten Mal für eine Endrunde. 2002, in Japan und Südkorea, war trotz des 1:0-Sieges über Kroatien nach der Vorrunde Schluss für die Ekuadorianer.

Das Spiel in Gelsenkirchen könnte bereits ein vorentscheidendes für das Weiterkommen sein. Von ihrem Personal her sind die Polen, die 2005 das einzige Spiel zwischen beiden Ländern 3:0 gewannen, heute Favorit – auch wenn die Vorbereitungsphase der Mannschaft um die Bundesliga-Profis Euzebiusz Smolarek (Dortmund) und Jacek Krzynowek (Leverkusen) angesichts der Nichtnominierung von Starkeeper Jerzy Dudek vom FC Liverpool (siehe unten) nicht frei von atmosphärischen Störungen war. Ein Testspielergebnis war besonders enttäuschend: Polen verlor 1:2 gegen Kolumbien, das wenige Tage später Deutschland 0:3 unterlag. Je näher der WM-Start rückte, desto größer schienen die Anstrengungen von Trainer Pawel Janas, die Öffentlichkeit auszuschließen. Das Training im Trainingslager Barsinghausen und ein Testspiel am Dienstag gegen eine Salzgitter-Auswahl (12:0 für Polen) fanden hinter verschlossen Türen statt.

Auch bei den Ekuadorianern lief in der Vorbereitung nicht alles wunschgemäß. Angeblich gab es Querelen um Siegprämien, dann erkälteten sich einige Spieler im Trainingslager im kalten Bad Kissingen. Allerdings sollten die Polen gewarnt sein: In der Qualifikation besiegte Ekuador Weltmeister Brasilien 1:0 – wobei da wohl auch die Höhenluft in der Heimat half. Insgesamt gelten die Südamerikaner bei der WM als Außenseiter, auch wenn ihr Angreifer Carlos Tenorio, der in Katar für den Al-Sadd SC gegen den Ball tritt, sagt: „Wir sind viel besser drauf, als alle denken.“

Schiedsrichter:

Toru Kamikawa (Japan)

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