Zeitung Heute : POLITTHRILLER

Das Geständnis

Jan Gympel

Am 7. Juni verstarb mit Jorge Semprún einer der profiliertesten Linksintellektuellen, die in Westeuropa in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkten. Zu seiner Tätigkeit als Autor zählte auch die Mitwirkung an Filmdrehbüchern. Mit dem vielleicht berühmtesten erinnert die Brotfabrik an Semprún: 1969 entstand unter der Regie von Constantin Costa-Gavras dieser Politthriller über den tschechoslowakischen Vize-Außenminister Artur London, der 1951 in die Mühlen des stalinistischen Terrors geriet. Dem Kommunisten jüdischer Herkunft war eine Rolle in den antisemitisch gefärbten Schauprozessen zugedacht, die damals in vielen Ostblockstaaten inszeniert wurden. Kurz nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ vollendet, hatte der Film einen beklemmend aktuellen Bezug. Die Mitwirkung des als Kommunisten bekannten Yves Montand und seiner Frau Simone Signoret sorgte für zusätzliches Aufsehen. Jan Gympel

BrotfabrikKino, Do-Mi 21.30 Uhr

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