Zeitung Heute : Polizeitaktik zum 1. Mai: Die Beteiligten überlegen noch

Der Tagesspiegel

Demonstrative Zurückhaltung praktizieren derzeit Polizeiführung und Innenverwaltung beim Umgang mit dem 1. Mai in Kreuzberg. Darüber, mit welchem Konzept in diesem Jahr versucht werden soll, die rituelle Gewaltorgie zu verhindern, schweigen sich die Verantwortlichen bislang aus. Nachfragen verweist die Polizei an die Innenverwaltung. Dort ist zu hören:Für die taktisch-operative Planung ist die Polizeiführung zuständig. Dort wiederum ist lediglich zu erfahren, dass derzeit alle Beteiligten darüber diskutieren, welche Strategie in diesem Jahr verfolgt werden soll. Gerüchte, nach denen die Polizei am 1. Mai tagsüber nur schwach, abends dafür „massiv“ präsent sein will, seien zum jetzigen Zeitpunkt „Spekulationen“.

Zeitungsberichten zufolge hatte ein leitender Polizeibeamter erklärt, die Sicherheitskräfte wollten sich zurückhalten, so wie es ein Personenbündnis gefordert hatte, das die üblichen Straßenschlachten durch ein großes Straßenfest verhindern will. Die so genannte „Revolutionäre 1.-Mai-Demo“ am Abend hingegen solle wie gehabt von Beamten eskortiert werden.

„Wir prüfen derzeit alle Möglichkeiten“, sagte ein Polizeisprecher dem Tagesspiegel. Für eine Entscheidung sei es – sechs Wochen vor dem entscheidenden Tag – aber noch viel zu früh. Der Sprecher der Initiative für einen friedlichen 1. Mai, der Politik-Professor Peter Grottian, zeigte sich enttäuscht angesichts der vagen Äußerungen von Polizei und Innenverwaltung. Er fordert Innensenator Körting auf, „sich eindeutig zu positionieren“. lvt

Am kommenden Mittwoch wollen Peter Grottian und Ehrhart Körting ihre Ansichten zum 1. Mai öffentlich austauschen: Bei einer Podiumsdiskussion in der Emmauskirche am Lausitzer Platz 8a, Beginn 18 Uhr.

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