POPKylie Minogue : Göttin der Begierde

Alexandra Distler

In Kopenhagen trug es sich zu, dass Kylie Minogue als Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe, Schönheit und Begierde, auf einem güldenen, beflügelten Pferd die Bühne stürmte. Des weiteren ließ sich die 42-jährige Australierin bei der ersten Show ihrer aktuellen Welttournee auf einem Streitwagen mit vorgespannten Sklaven über die Bühne ziehen. Soweit der Vorgeschmack auf Kylies sechs Konzerte in Deutschland. Über ein Jahr hat die Popdiva an ihrem Programm gearbeitet. Und nur ein Begriff beschreibt das Prinzip, das sich in der angeblich 20 Millionen Euro teuren Show spiegelt: Glamour. In Reinform. Dass sie das drauf hat, ist unbestritten: Schließlich gilt sie neben Madonna und der jüngeren Lady Gaga als erfolgreichste Sängerin der Welt.

Auch wenn man das der Tour zugrundeliegende Album „Aphrodite“ nicht zu den Highlights ihrer Karriere zählen wird. Zu stampfig, zu sehr auf die Zwölf, zu Rummelplatz- und Autoscootertauglich. Und das trotz oder vielleicht gerade wegen einer Kreativarmada aus 27 Autoren und 14 Produzenten, darunter Richard X, Calvin Harris und Stuart Price, der maßgeblich für jüngere Erfolge von Madonna, The Killers oder den wiedervereinigten Take That verantwortlich zeichnet. Vergeblich sucht man nach zwingenden Hits wie „Spinning Around“ oder „Can’t Get You Out Of My Head“. Da Kylie Minogue aber nach über 20 Jahren Show- und Tourneekarriere und mittlerweile elf Alben aus den Vollen schöpfen kann, darf man wohl getrost davon ausgehen, dass auch dieses Konzert wieder ein durchchoreografiertes Meisterstück und ganz großer Pop wird. Alexandra Distler

O2 World, Di 1.3.,

20 Uhr, 67-97 €

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