Zeitung Heute : Pornografie statt Firmen-Web-Site: Das "Page-Jacking" besorgt die US-Behörden

In den USA häufen sich die Fälle, in denen Web-Seiten von dubiosen Geschäftemachern missbraucht werden, um Internet-Surfer zu ihren eigenen Angeboten zu locken. Die amerikanische Handelskommission (FTC) bezeichnete diese Praxis in Anlehnung an das Highjacking (Entführung) als "Page-Jacking" und sprach von einem besonders Besorgnis erregenden Täuschungsmanöver im Internet.

Bei diesem Manöver wird die Möglichkeit genutzt, eine Web-Seite im Internet so zu gestalten, dass nach kurzer Zeit automatisch eine Verbindung zu einer anderen Internet-Adresse hergestellt wird. Diese so genannte Umleitung kann mit Hilfe bestimmter HTML-Anweisungen im Kopf einer Web-Seite oder mit der Skriptsprache Javascript erreicht werden und dient in den meisten Fällen dazu, Internet-Surfer von einer alten zu einer neuen Internet-Adresse hinzuführen. Anbieter von Pornografie nutzten dies aus, indem sie die bestehende Web-Seite kopierten und den Kopfteil so abänderten, dass die Umleitung zu ihrer Homepage führte.

Suchmaschinen nahmen die Einträge dieser so geänderten Seiten in ihre Datenbank auf. Wer dann den Namen der Firma als Suchbegriff eingab, stieß ungewollt auf die pornografischen Inhalte. Besonders ärgerlich ist für die derart entführten Internet-Surfer, dass oft noch nicht einmal der Rückwärts-Button für das Navigieren im Netz funktioniert - dieser Rückwärts-Button führt wieder zu der Seite mit der automatischen Umleitung.

Betroffen waren unter anderem die Web-Seiten einer Jura-Fachzeitschrift und die texanische Firma NewWorld.com, die Online-Spiele für Jugendliche anbietet und deren Seiten nach ersten Ermittlungen von einem Portugiesen und einem Australier missbraucht wurden.

Der Präsident von NewWorld.com, Angel Munoz, sagte: "Was mich wirklich ärgert, ist, dass diese Leute unser Publikum kannten - sie wussten, dass die große Mehrheit der Leute, die auf unsere Seiten kommt, unter 20 Jahre sind."

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