Zeitung Heute : Positionen zur Exzellenzinitiative

Warum der Hochschulwettbewerb so wichtig ist

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Was bringt der Exzellenzwettbewerb Berlin und der Freien Universität? Wir haben nachgefragt und Antworten erhalten: von einem Studenten, einem Professor, einer Ehemaligen und einer Berliner Mutter.

DER STUDENT

Der Exzellenzwettbewerb hat bereits große Veränderungen herbeigeführt. Der von unserem Präsidenten initiierte Weg, die Freie Universität Berlin zu einer zukünftigen Spitzenuniversität zu machen, trägt auch im Bewusstsein der Studenten bereits Früchte. Noch vor drei Jahren sah man kaum Studierende mit T-Shirts oder Taschen im Hörsaal sitzen, auf denen das Logo der Freien Universität zu sehen war. Heute jedoch identifizieren sich immer mehr nicht nur mit ihrem Studium, sondern auch mit der Universität an sich. Mit einer erfolgreichen Positionierung im kommenden Herbst würde die Freie Universität zu einem viel zitierter „Leuchtturm der Wissenschaft“ werden. Damit könnten die Lehr- und Forschungsbedingungen für die Studierenden weiter verbessert werden. Bleibt, die Daumen zu drücken und allen, die diesen Weg geebnet haben, zu danken.

Conrad Lehmann (22) studiert im 6. Fachsemester Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin.

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DER PROFESSOR

Der Exzellenzwettbewerb bringt für leistungsstarke Universitäten eine hervorragende Möglichkeit, sich international zu profilieren. Das stellt auch eine besondere Chance für die Freie Universität Berlin dar, die ja ohnehin schon sehr stark international vernetzt ist. Darüber hinaus ist der Exzellenzwettbewerb ein erster Schritt, um der Abwärtsspirale von immer weniger Forschungsförderung und immer mehr Lehrbelastung zu entkommen. Besonders erfreulich ist es, dass die Öffentlichkeit den Exzellenzwettbewerb mit so großem Interesse verfolgt. Dadurch wird es möglich, die Bedeutung universitärer Forschung für unsere Gesellschaft wieder stärker in das allgemeine Bewusstsein zu rücken und den Stolz auf unsere Universitäten zu stärken.

Georg Schreyögg ist seit Oktober 1994 Professor am Institut für Management, Organisation und Führung der Freien Universität Berlin.

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DIE EHEMALIGE

Der Exzellenzwettbewerb stärkt die Marke „Freie Universität Berlin“ und verbessert damit ihre Position im internationalen Wettbewerb der Hochschulen. Die Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit ein Forschungsprofil zu entwickeln, das international wahrgenommen und anerkannt wird, ist eine einmalige Chance. Die Freie Universität Berlin nutzt diese Chance und stellt sich dieser großen Herausforderung mit einem gewaltigen Kraftakt – chapeau! Sie kann dabei nur gewinnen, auch mehr Unabhängigkeit. Das kann angesichts der wenig strukturierten Wissenschaftspolitik des Landes Berlin nur von Vorteil sein. Ich jedenfalls habe hohen Respekt und bin stolz darauf, eine Absolventin dieser Berliner Elite-Universität zu sein.

Dr. Petra Rothholz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin und promovierte dort 1985.

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DIE MUTTER

Durch den Exzellenzwettbewerb fühlen sich Eltern dazu ermuntert, hohe Anforderungen an die gesellschaftliche Verantwortung der Berliner Universitäten zu stellen. Zwei Dinge sind es, die Berliner Eltern von einer exzellenten Universität erwarten. Erstens: erstklassige Studienbedingungen für unsere Kinder! Das umfasst eine zielorientierte Studienberatung und eine attraktive Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in unserer Stadt. Zweitens: Exzellenz insbesondere bei der Lehrerausbildung! Wir warten dringend auf eine neue Generation qualifizierter und motivierter Lehrer. Das fängt sicher damit an, dass nicht jeder für ein Lehramtsstudium geeignet ist. Bei der Zulassung der Bewerber muss ausgewählt werden – nur Mut: Finnland und die Schweiz machen es uns vor.

Nadia Rouhani ist Mutter zweier Kinder im Alter von acht und zehn Jahren. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Landeselternausschusses Berlin.

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