Zeitung Heute : Positive Impulse

Nach einer aktuellen Umfrage des Zentralverbandes für Sanitär, Heizung und Klimatechnik (ZVSHK) beurteilen die Unternehmen ihre gegenwärtige Geschäftslage besser als im letzten Frühjahr

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Von Fred Winter Die Handwerksbetriebe für Sanitär, Heizung und Klima sehen langsam Sonne am Horizont aufsteigen. Nach schwierigen Jahren zeichnet sich nun eine wirtschaftliche Erholung ab. So lautet das Fazit der aktuellen Konjunkturumfrage des Zentralverbandes für Sanitär, Heizung und Klimatechnik in Deutschland (ZVSHK). Die befragten Unternehmen beurteilten ihre gegenwärtige Geschäftslage besser als noch im letzten Frühjahr. So bewerten fast 72 Prozent (Frühjahr 2004: 64 Prozent) der Firmen die Geschäftslage als gut oder befriedigend.

Regionale Unterschiede spiegeln sich in der Einschätzung der künftigen Geschäftslage wider. Während immerhin zwölf Prozent der Handwerksbetriebe in den alten Bundesländern mit einer Verbesserung der Geschäftslage rechnen, sind die Erwartungen in den neuen Ländern verhaltener. Hier fiel die Zustimmung zur Aussage „Die Geschäftslage wird besser“ mit 4,5 Prozent deutlich niedriger aus.

Die Betriebe schieben einen Auftragsbestand von etwas mehr als einem Monat vor sich her. Dies entspricht exakt der Situation vor Jahresfrist. Damit ist es für die Betriebe nach wie vor schwierig, langfristig zu planen. Drei Viertel aller Aufträge kommen aus der Modernisierung alter Heizungsanlagen, Wasserrohre oder Lüftungen. Den Löwenanteil von 61 Prozent machen private Auftraggeber aus.

Bei den Beschäftigtenzahlen hält die Tendenz zu kleineren Betrieben unvermindert an. Mehrheitlich melden die befragten Betriebe sowohl in den alten als auch in den neuen Ländern unveränderte beziehungsweise gesunkene Beschäftigtenzahlen in den letzten sechs Monaten. Derzeit liegt die durchschnittliche Mitarbeiterzahl bei sechs Beschäftigten pro Betrieb.

Zu schaffen macht den Unternehmen der hohe Kostendruck. So berichten fast 90 Prozent der Firmen, dass ihre Einkaufspreise gestiegen sind. Da diese Preiserhöhungen jedoch von rund drei Vierteln der Betriebe nicht an den Endkunden weitergegeben werden können, schmilzt die Gewinnmarge weiter ab. Die Handwerksbetriebe fangen die Preiserhöhungen beim Material oder bei der Technik auf eigene Kosten ab. „In den nächsten Monaten ist mit einer weiteren Stabilisierung der Marktlage zu rechnen“, schätzt Michael von Bock und Polach, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes. „Wir erwarten positive Effekte vor allem von der Umsetzung der EU-Effizienzrichtlinien und der Einführung des Energiepasses Anfang 2006.“ Mit dem von der Deutschen Energieagentur ausgegebenen Zertifikat wird einem Eigentümer bescheinigt, wie viel Energie seine Immobilie verbraucht. Künftig wird nicht nur entschieden, wie viel ein Eigenheim nebst Grundstück wert ist, sondern auch, wie viel es kostet, darin zu wohnen. Der Energiepass könnte eine Modernisierungswelle einläuten: durch energiesparende oder alternative Technik, Dämmung und moderne Materialien. „Die Badsanierung und die Modernisierung der Heizungen halten noch erhebliches Umsatzpotenzial für unsere Branche bereit“, sagt Michael von Bock und Polach.

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