Zeitung Heute : Potsdam ist spitze für Familien

Studie gibt Berlin schlechte Noten

Berlin - Potsdam gehört mit Tübingen, Baden-Baden, Erlangen und Landau zu den familienfreundlichsten Städten Deutschlands. Berlin dagegen wird im „Familienatlas 2007“, den Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag vorstellte, zu den „gefährdeten Regionen“ gezählt. Das sind diejenigen deutschen Städte und Kreise, deren Arbeitsmarktlage unterdurchschnittlich ist, die aber gleichzeitig nur wenig tun, um ihre Anziehungskraft für Familien und junge Leute zu erhöhen. Nach Meinung der Forscher des Basler Prognos-Instituts, die den Atlas erstellten, gehen sie dadurch ein erhebliches „Standortrisiko“ ein. Unter allen 439 deutschen Kreisen und Städten kommt Berlin beim Punkt „Wohnen“ nur auf Platz 434, auf Platz 357 bei Schule und Ausbildung und auf den 384. Platz im Demografie-Ranking, also bei Altersstruktur, Geburtenrate und dem Zu- und Wegzug von Familien. Der Berliner Arbeitsmarkt rangiert an 332. Stelle. Nur in Sachen Betreuungsmöglichkeiten und Jobchancen für Männer und Frauen erreicht die Hauptstadt einen guten Platz unter den großen deutschen Städten – Platz 35. Das deutlich kleinere Potsdam liegt hier auf Rang 8, in puncto Arbeitsmarkt und Bevölkerungsstruktur auf Platz 90 und 182. Allerdings sind sämtliche im Atlas mit Spitzenplätzen bewerteten Städte mittelgroß und zeichnen sich durch einen befriedigendes bis gutes Arbeitsplatzangebot aus.

Die Ministerin bezeichnete die Familienfreundlichkeit von Kommunen als einen elementaren Standortvorteil: „Wenn erst die Familien wegziehen, dann geht bald auch die Wirtschaft“, sagte sie. DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun ergänzte, die Chancen von Betrieben, gute Mitarbeiter zu binden, hingen wesentlich davon ab, ob die Region, in der sie arbeiteten, attraktiv für Familien sei. ade

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