Zeitung Heute : Power aus der Streichholzschachtel

Winzige Motoren treiben nichts an, aber dafür schmücken sie

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Bernhard Schmidt ist ein Tüftler, ein Feinmechaniker und ein Motorfan. Alles Eigenschaften, die dazu führten, dass Schmidt angefangen hat, mit den hochwertigen Originalwerkstoffen Motoren nachzubauen – in Streichholzschachtelgröße. Der Clou bei Schmidts Motoren: Alle Teile sind voll beweglich. Die Kurbelwellen, winzige Pleuel und andere bewegliche Teile werden aus Neusilber hergestellt, manch anderes Modell hat vergoldete Lüfterräder aus Edelstahl. Alle Oberflächen werden aufwändig behandelt, bekommen eine Gravur und werden am Ende matt vernickelt

Schmidt ist fasziniert von der Ästhetik der Mechanik und mit seinen Motoren ist er auch eher in der Welt der Uhrmacher und Schmuckdesigner als der Kraftfahrzeugmechaniker zu Hause. Man braucht Fingerspitzengefühl und ein gehöriges Maß an Präzision, um diese kleinteiligen Motoren herzustellen. Ihm geht es darum, „das Innere von Verbennungsmotoren in beweglicher Form sichtbar zu machen.“ Schmidt fertigt die BMW Motorrad Boxermotoren ebenso an wie den V2Motor oder den Boxermotor Zündapp KS601. Die Motoren werden meist als Schlüsselanhänger oder Schmuckanhänger gefertigt, landen aber meistens wohl auf dem Schreibtisch oder in der Vitirine. Das größte Modell ist ein voll beweglicher 10-Zyliner-Formel-1-Motor, der insgesamt nur 80 Millimeter groß ist. Die großen Autohersteller wie Porsche, BMW oder Daimler-Chrysler lizensieren die Produkte und zählen neben Privatkunden auch zu den großen Abnehmern der Modelle. Das ungewöhnlichste Objekt aus der kleinen Kollektion, die von den Unternehmen lizensiert ist, ist der „Mobil 1 Ölkanister“, etwas größer als ein Streichholz und abgefüllt mit dem Originalöl von Mika Häkkinen. Der Behälter ist massiv aus Messing gefräst, hat eine matt vernickelte Oberfläche, beidseitige Sichtfenster und eine vergoldete Schraubkappe. Für echte Fans. R.B.

Weiteres im Internet:

www.topspeed-design.de

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