Zeitung Heute : "PR und Marketing": Praktikum mit Mega-Party

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Im Blitzlichtgewitter der Fotografen schritten Stars und Sternchen und alle, die der Prominenz einmal nahe sein wollten, die große Freitreppe zum Metropolitain Museum in New York hinauf. Und Silke Oberschachtsiek aus Berlin war dabei - auch ohne die mindestens 250 Dollar pro Dinner, die die Freunde und Förderer des Museums für die Benefiz-"Party of the Year" hinblättern müssen. Silke machte nämlich gerade ein Praktikum in der PR-Abteilung des renommierten Hauses. Für die Praktikantin aus Deutschland geriet der Abend zu einem Highlight in ihrem - auch sonst an Höhepunkten nicht armen - Fortbildungsaufenthalt in den USA. Das Work / Study-Programm "PR und Marketing", das die Carl Duisberg Gesellschaft (CDG, www.cdg.de ) seit acht Jahren in Zusammenarbeit mit der State University of New York (SUNY) in New Paltz anbietet, hat sich inzwischen mit seinem attraktiven Konzept zu einem "Markenartikel" im CDG-Angebot entwickelt.

Zwei Monate hat Silke Oberschachtsiek zusammen mit etwa 20 weiteren Teilnehmern aus Deutschland im kleinstädtischen New Paltz im Staate New York amerikanisches Universitätsleben kennen gelernt, auf dem Campus unter Studenten gewohnt, Vorlesungen gehört, Fachkenntnisse erweitert und ihre englischen Sprachkenntnisse vervollkommnet. Daran schließt sich dann ein zweimonatiges Praktikum in New York City an, bei dem SUNY die Vermittlung nach den Wünschen der Teilnehmer übernimmt - und sich dabei offensichtlich auf beste Verbindungen stützen kann.

Die junge Industriekauf- und PR-Fachfrau Nicole Frey aus Hamburg zum Beispiel, die für das Programm ein Semester mit ihrem Amerikanistik-Studium aussetzte, absolvierte ihr Praktikum im berühmten Madison Square Garden und gerät im Rückblick ins Schwelgen: "Ich habe keine einzige schlechte Erfahrung gemacht!" Dafür haben sie viele spontane menschliche Begegnungen tief beeindruckt. Auch das Vorurteil der Oberflächlichkeit trifft sie nicht: "Mir ist eine oberflächliche Freundlichkeit lieber als die hier so verbreitete Unfreundlichkeit".

Nicht minder attraktiv war der Praktikumsplatz des Berliner Werbekaufmanns Markus Schultz: Er lernte die PR-Abteilung des New Yorker Bürgermeisters Giuliani kennen, machte für ihn Wahlkampf und arbeitete in der Abteilung für kulturelle Events. "Ich habe damit einen Top-Treffer gezogen", urteilt er im Rückblick und spürte das bei seinen Bewerbungen nach Rückkehr aus den USA: "Ich bin eineinhalb Monate zu Firmeneinladungen herumgereist und konnte mir meinen Wunsch-Job im Marketing bei Pro 7 aussuchen! Die USA-Erfahrung hat dabei eine große Rolle gespielt ..."

Für Ingenieur Heiko Deckarm aus Stuttgart war sie vor acht Jahren - er gehörte zur ersten Gruppe in diesem CDG-Programm - die "Eintrittskarte" zum Assessment-Center bei Bosch. Heute betreut er für die Firma amerikanische Kunden, ist öfter beruflich in den Staaten und könnte sich - wie die meisten ehemaligen Teilnehmer - gut vorstellen, auch mal für längere Zeit beruflich ins Ausland zu gehen. Für die meisten muss das dann durchaus nicht unbedingt Amerika sein. EDDA

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