Zeitung Heute : Prachtstauden in Blau

Nach wie vor geschätzt sind die einst von Karl Foerster gezüchteten Sorten des Rittersporns

Peter Busch

Bei der Auswahl von Pflanzen für das Staudenbeet fällt es nicht schwer, Sorten mit gelben und rosa bis violetten Farbtönen zu erhalten. Rote Farben sind schon seltener, und noch schwieriger wird es beim reinen Blau. Umso gelegener kommt da der Rittersporn, der wahre Blütentürme in verschiedenen Blautönen entwickelt. Rittersporn, der in den Alpen, in China und in Asien beheimatet ist, wurde in vielen Ländern zu wahren Schaublumen weitergezüchtet, mit dem Nachteil, sehr krankheitsanfällig zu sein und große Ansprüche an den Nährstoffgehalt zu stellen. Doch Karl Foerster gelang es, den Rittersporn zu einer langlebigen, unempfindlichen Staude zu entwickeln. Foerster, der im Alter von 96 Jahren 1970 in Potsdam starb, entwickelte eine besondere Zuneigung zu Stauden. Dem gelernten Gärtner kam es nicht allein auf die Verschönerung der Blüten an, sondern er legte Wert auf die Vollkommenheit von Aussehen, Gesundheit und Standfestigkeit. Eine besondere Zuneigung verband Karl Foerster mit den Ritterspornen.

Die Rittersporne gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse. Über 400 Arten sind bekannt, von niedrigen Wildarten bis zu zwei Meter hohen Prachtstauden. Obwohl es den Rittersporn auch in roten und weißen Farbtönen gibt, stehen die Stauden mit blauen Tönen in der Beliebtheit im Vordergrund. Nach wie vor geschätzt sind die berühmten Foerster-Sorten, beispielsweise „Berghimmel“, „Frühschein“, „Gletscherwasser“ und „Perlmuttbaum“ in den Farben hellblau; „Azurriese“, „Blauwal“, „Jubelruf“ und „Sommernachtstraum“ in den Farben strahlend- bis tiefblau und „Finsteraarhorn“ in der Farbe blauviolett. Manche Blüten weisen auch ein helles oder dunkles Auge auf.

Rittersporne haben ihre Hauptblütezeit ab Juni. Zu dieser Zeit ist der Wasseranspruch auch besonders hoch; bei Trockenheit ist immer auf eine genügende Feuchtigkeitszufuhr zu achten. Neu gepflanzte Sorten sind weniger standfest als ältere Exemplare. Deshalb empfiehlt es sich besonders bei hohen Sorten, diese rechtzeitig anzubinden, ehe sie abbrechen. Zur Zeit der Blüte kann etwas nachgedüngt werden; phosphorreiche Naturdünger sind zu bevorzugen. Bei einer vorwiegenden Stickstoffdüngung schießt die Pflanze „ins Kraut“ und die Stängel knicken leichter um. Nach der Blüte Ende Juli bis August werden die Blütentriebe auf zehn Zentimeter eingekürzt. Dies hat den Vorteil, dass Rittersporne im Herbst noch einmal blühen.

Als Nachbarschaftspflanzen passen Lilien, hoher Phlox, Mädchenauge, Sonnenbraut und Rosen. Auch ein blau blühendes Beet von einjährigen Sommerblumen ist möglich. Dazu verwendet man dann den einjährigen Rittersporn.

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