Zeitung Heute : Preise für Mobilfunk purzeln weiter - Neue Techniken beschleunigen die Datenübermittlung

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Die Mobilfunkgesellschaften gehen online. Die Betreiber T-Mobil (D1), E-Plus und Viag Interkom (E2) kündigten zum Start der Computermesse Cebit 2000 neue Dienste, neue Preise und neue Kooperationen an. Deutschlands drittgrößter Mobilfunkanbieter E-Plus startet zur Cebit mit dem eigenen Onlinedienst E-Plus Online. Dieser Dienst bietet Internetzugang auf allen Übertragungswegen: über Handy, per Laptop und vom Festnetz mit dem PC.

Wie E-Plus-Geschäftsführer Businesskunden, Charles Fränkl, sagte, nutzen bereits 80 Prozent der E-Plus Kunden das Internet - künftig sollen sie auch E-Plus Online nutzen. "Der Nutzer von E-Plus Online erhält also, wo er geht und steht den Internet-Zugang auf allen Kommunikationswegen aus einer Hand", sagte Fränkl. E-Plus Online werde ein kompletter Online Provider mit einer klaren Fokussierung auf die Themen Mobilität und Kommunikation sein. Der Preis: Eine Minute aus dem Festnetz kostet von 9 bis 21 Uhr 4,4 Pfennig und von 21 bis 9 Uhr 3,3 Pfennig, per Handy kostet der Zugang rund um die Uhr 39 Pfennig. In den nächsten Tagen werde es eine neue Kooperation mit einem großen Auktionsanbieter geben. E-Plus Geschäftsführer Klaus Thiemann stellte auch neue Preise für das mobile Telefonieren im E-Plus-Netz vor. So sinkt etwa der Preis für den Time & More 60-Tarif, der neben der Grundgebühr auch eine Stunde Telefonieren enthält, von 60 auf 45 Mark.

Seit Ende 1999 bietet auch Viag Interkom im E2-Netz Wap-Dienste an. Wap (Wireless Application Protocol) ist der Standard, der speziell aufbereitete Inhalte aus dem Internet auf das Handy bringt. Dafür hat Viag Interkom in seinem Online-Dienst Planet Interkom ein eigenes Portal eingerichtet. Kunden, die das kombinierte Festnetz/Mobilfunkangebot Genion nutzen, können vom 1. März an zu Hause zu Festnetzpreisen von zehn Pfennig pro Minute die Wap-Dienste von Viag Interkom nutzen. Von April an startet Viag Interkom zusammen mit der Direktbank 1822direct das Angebot für mobile Börsengeschäfte via Handy. Zur Jahresmitte soll die Übertragungsgeschwindigkeit von Daten über das Handy im E2-Netz mit einer neuen Technik (GPRS) 50 Prozent schneller werden. Nicht zuletzt deshalb soll die Zahl der Kunden bei Viag Intercom von derzeit rund 1,2 Millionen auf drei Millionen und der Umsatz von zuletzt 1,7 Milliarden auf drei Milliarden Mark klettern.

T-Mobil (D1) kündigte für den 1. April ebenfalls weitere Preissenkungen an. Die Tarife würden sich werktags in der Hauptzeit um 23 Prozent auf 99 Pfennig verringern, kündigte der Vorstandsvorsitzende der T-Mobile International AG, Kai-Uwe Ricke, an. Bei Firmenkunden sinken die Gebühren bei Gesprächen vom Handy ins unternehmenseigene Netz um 40 Prozent auf 15 Pfennig. Scharfe Kritik übte Ricke an den sogenannten Terminierungsentgelten, den Preisen die die Konkurrenten für Telefongespräche vom Festnetz in die Mobilfunknetze verlangen.

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