Zeitung Heute : Preise in Gedenken an Ernst Reuter

Der Ernst-Reuter-Tag bietet Grund zur Freude. Er geht zurück auf den 4. Dezember 1948. Damals wurde die Freie Universität Berlin gegründet. Ein Ereignis, das wesentlich dem Engagement des damaligen Berliner Oberbürgermeisters Ernst Reuter zu verdanken ist. Seitdem wird der Gründungstag jedes Jahr mit einer Festveranstaltung begangen. Sie bietet auch Anlass, junge Nachwuchswissenschaftler der Freien Universität auszuzeichnen.

Mit Ernst-Reuter-Preisen werden Absolventen der Freien Universität für „herausragende und zukunftsweisende“ Dissertationen geehrt: Die Chemikerin Christine Beemelmanns untersuchte in ihrer Doktorarbeit eine bestimmte Art chemischer Reaktionen, mithilfe derer komplexe Moleküle aufgebaut werden können. Die Historikerin Nina Elsemann fertigte eine Arbeit über den öffentlichen Umgang mit der Diktatur in Spanien unter Franco an, und der Veterinärmediziner Philipp Olias widmete sich der häufigen Sterblichkeit von Küken deutscher Weißstörche.

Er konnte nachweisen, dass bestimmte Schimmelpilze dafür verantwortlich sind, deren Verbreitung erst durch regionale Klimaveränderungen möglich werde. Der Historiker Sebastian Kühn ging in seiner Arbeit der Frage nach, was es für wissenschaftliche Ergebnisse bedeutet, wenn sie in Teamarbeit entstehen. Kühn konzentrierte sich dabei auf die Zeit um das Jahr 1700. Die Ernst-Reuter-Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Sie werden seit 1985 jährlich von der Ernst-Reuter-Gesellschaft der Freunde, Förderer und Ehemaligen der Freien Universität Berlin verliehen.

Erstmals wurden in diesem Jahr im Rahmen des Ernst-Reuter-Tages auch Preise der Dahlem Research School verliehen, der Dachinstitution für die strukturierten Promotionsprogramme an der Freien Universität. Mit Ulla Haselstein und Sabine Schmidtke wurden zwei Professorinnen für ihr beispielhaftes Engagement bei der Betreuung von Promovierenden ausgezeichnet. Daneben erhielten vier Wissenschaftler Postdoktoranden-Stipendien. Mit diesen Stipendien fördert die Dahlem Research School Nachwuchswissenschaftler nach der Promotion.Jan Hambura

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