Zeitung Heute : Preiswerte Sensoren

Die Firma sglux taucht Fotodioden in ein Titanbad und spart dadurch erhebliche Kosten

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Das kleine Unternehmen sglux mit Sitz im Gründerzentrum Spreeknie in Oberschöneweide hat ein neues Verfahren zur Herstellung von Fotodioden entwickelt, die nur für ultraviolettes Licht empfindlich sind. Das Produkt wird bereits seit 14 Monaten in Serie hergestellt. „Herkömmliche UVSensoren sind kostspielig“, sagt ihr technologischer Geschäftsführer Oliver Hilt. Für Anwendungen, bei denen der Preis entscheidend ist, wie bei Heim-Wetterstationen oder Ölbrennern, hat sglux Fotodioden aus Titanoxid entwickelt, die zwar langsamer reagieren und nur 20 Prozent des Wirkungsgrads einer herkömmlichen Siliziumdiode haben, aber auch nur einen Bruchteil kosten. Bei Brennern beispielsweise „wacht“ die Diode darüber, ob die Flamme noch brennt und stellt den Ölzufluss ab, falls sie erlöschen sollte. Wirkungsgrad und Schnelligkeit sind hier weniger wichtig.

Die Fotodioden von sglux werden in einem nasschemischen so genannten SolGel Verfahren hergestellt: Eine Glasscheibe wird mehrfach in ein Bad aus Titanoxid eingetaucht und so mit den in der Lösung befindlichen Teilchen beschichtet. Auf der Glasscheibe bildet sich ein molekulares Netzwerk aus Titanoxid, das anschließend eingebrannt wird. Zuletzt werden die Glasscheiben in einzelne Chips „zersägt“. „Das SolGel Verfahren hat außerdem den Vorteil, dass die Größe der Wafer frei variabel ist“, sagt Geschäftsführer Tilman Weiss.

Während die Chips in der eigenen Beschichtungsanlage in Oberschöneweide hergestellt werden, geschieht das „Einhäusen“ in die Diodengehäuse bei einem Partnerunternehmen in Malaysia.

Hilt und Weiss haben beide am Hahn-Meitner Institut (HMI) promoviert und das dort entwickelte SolGel-Verfahren in die Praxis überführt. „Wir sind der Ansicht, dass der Technologietransfer keine Einbahnstraße ist“, sagen sie. „Und da wir das SolGel-Verfahren professionalisiert haben, stellen wir für das HMI genau bestimmte Materialien her und tragen so dazu bei, den Wissenskreislauf wieder zu schließen. Dasselbe würden wir gerne auch anderen Einrichtungen anbieten.“ olk

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