Zeitung Heute : Preußenpark und Borussia

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Preußen ist untergegangen. Trotzdem begegnet uns der Name aus der Vergangenheit fast täglich. In unserer Serie zeigen wir, wo Preußen noch lebendig ist. Heute: Der Preußenpark mit der Borussia-Statue in Wilmersdorf.

Die behelmte Dame steht vorm Gebüsch und stemmt die Linke in die Hüfte. Die Rechte ruht auf dem Heft eines Schwertes. Unter einer Art Toga lassen sich recht kräftige Oberarme erahnen. Mit ihr ist nicht gut kuscheln. Und divenhaft blickt sie auch noch. Sollen wir uns so die „weibliche Personifizierung Preußens“ vorstellen?(So erklärt uns das Lexikon den Namen der Dame „Borussia“, was wiederum der lateinische Begriff für Preußen ist.) Aber vielleicht guckt sie auch deshalb so komisch, weil sie mit dem Standplatz am Preußenpark unzufrieden ist. Denn Borussia wurde zwangsumgesiedelt - aus Mitte! Reinhold Begas schuf sie 1885 fürs Zeughaus. 1936 kam sie hierher, als der Fehrbelliner Platz, der sich zum Preußenpark hin öffnet, umgestaltet wurde. Eines muss man Borussia lassen: Trotz Alters sieht sie klasse aus; ist aber auch kein Wunder. Denn die Diva lässt sich von jemand jüngerem doubeln. Die Original-Borussia zieht es nämlich vor, sich im Lapidarium am Halleschen Ufer auszuruhen. ling

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