Zeitung Heute : Preußische Straßen

Der Tagesspiegel

Namen für Straßen und Plätze sind ja immer eine willkommene Gelegenheit, an Persönlichkeiten, historische Ereignisse, oder eben untergegangene Staaten zu erinnern. So bleiben sie im Gedächtnis der Stadt lebendig. In Berlin gilt die Regel, dass eine Straße erst dann nach einer verstorbenen Persönlichkeit benannt werden darf, wenn der- oder diejenige schon fünf Jahre tot ist. Anders verhält es sich selbstredend bei Staaten oder Ereignissen.

Die Preußenallee in Charlottenburg, die zwischen der Heerstraße und der Reichsstraße, beziehungsweise dem Steubenplatz verläuft, trägt zum Beispiel ihren Namen bereits seit dem 13. April 1909. Da war Preußen noch sehr lebendig und das Ende, das die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen hatten, und das am 25. Februar 1947 staatsrechtlich vollzogen wurde, natürlich noch nicht abzusehen. Aber, wie gesagt, das Berliner Namensrecht für Straßen sieht bei Staaten und Ereignissen Ausnahmen vor. Das gilt selbstredend auch für die Preußenstraße in Altglienicke. Diese trägt ihren Namen ebenfalls lange vor Preußens Ende, nämlich seit dem 5. Dezember 1911. oew

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