PRO gentechnisch veränderte Pflanzen : Nützlich, nötig und natürlich

Es gibt gute Gründe, bei neuen Techniken vorsichtig zu sein. Doch die Veränderung des Erbguts von Lebewesen ist längst Alltag .

Es gibt gute Gründe, bei neuen Techniken vorsichtig zu sein. Doch die Veränderung des Erbguts von Lebewesen ist längst Alltag: genetisch veränderte Zellen werden Menschen gespritzt, um Krankheiten zu bekämpfen und genetisch veränderte Bakterien produzieren Insulin, Vitamine und Inhaltsstoffe für Joghurt oder

Waschmittel.

Milliarden Menschen essen seit vielen Jahren genetisch veränderte Pflanzen. Die Lebensmittel haben strikte Sicherheitstests durchlaufen. Kein einziger Fall ist bekannt, bei dem ein Mensch durch ihren Verzehr gestorben ist.

Dagegen sind im vergangenen Jahr 53 Menschen gestorben, die Sprossen von einem Biohof gegessen haben. Man stelle sich einmal vor, das wären genveränderte Sprossen gewesen.

Anderer Argumente beraubt verweisen Gentechnikgegner nun gerne auf den „bösen Monopolisten“ Monsanto. Als müssten Menschen auf das Internet verzichten, weil ihnen Googles Unternehmenskultur missfällt.

Und sie vergessen, dass erst durch ihre Einflussnahme das Regelwerk so streng, die Zulassung so teuer geworden ist, dass sich nur noch Konzerne wie BASF und Monsanto leisten können, solche Pflanzen auf den Markt zu bringen.

Was aus den Versprechen der „Agrogentechnik“ geworden sei, fragen Gegner scheinheilig. Dabei haben viele Forscher längst kapituliert vor zertrampelten Feldern, Protestmärschen und Hassbriefen. Das ist eine Tragödie, denn sieben Milliarden Menschen lassen sich nicht durch Ökolandbau ernähren. Das kann man schade finden, ändern kann man es nicht.

Die Anti-Gentechnik-Bewegung hat sich einer irrationalen

Ideologie verschrieben. In

ihrem Wahn, nur reinrassigen Raps im Öl oder Mais auf dem Teller zu haben, opfern sie die

Hungernden dieser Welt auf

dem Altar einer eingebildeten

„Natürlichkeit“, die es nie

gegeben hat. Die Wissenschaftler versündigen sich nicht an der Natur, die Anti-Gentechnik- Lobby versündigt sich am

Menschen. Kai Kupferschmidt

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