Zeitung Heute : „Probleme offen vortragen“

Vodafone-Personalchef Keim über das Recht auf Beschwerde

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REINHARD KEIM,

Personaldirektor

der Vodafone D2 GmbH, Düsseldorf.

Foto: pr

Wer ist der richtige Ansprechpartner bei Konflikten im Betrieb?

Grundsätzlich ist der Fachvorgesetzte der Richtige. Je nach Konfliktsituation kann es aber sinnvoll sein, den nächst höheren Vorgesetzten oder die Personalabteilung einzuschalten.

Wo kann man sich über den Vorgesetzten selbst beschweren?

Mir gefällt der Begriff „beschweren“ nicht. Er vermittelt den Eindruck einer Behörde. Wir bei Vodafone D2 wollen es als Teil des Ausdrucks unserer Kultur verstanden wissen, dass alle Probleme, auch wenn sie den Vorgesetzten selbst betreffen, zunächst mit ihm besprochen werden. Kommt dabei keine zufrieden stellende Lösung zu Stande, sollte der Mitarbeiter offen ansprechen, welche nächsten Schritte er zu unternehmen beabsichtigt. So signalisiert er, dass ihm die Angelegenheit wichtig ist und er größten Wert auf fairen Umgang legt. Deeskalationsstellen können dann der nächst höhere Vorgesetzte, die Personalabteilung oder der Betriebsrat sein.

Was können Mitarbeiter tun, wenn der Chef einen Dauerstreit im Team links liegen lässt?

Auch hier sollte das Problem beim Vorgesetzten angesprochen werden. Wäre es nicht großartig, wenn der Mitarbeiter dem Chef einen konstruktiven Vorschlag machte, wie – beispielsweise im Rahmen eines Projektes – der Teamkonflikt beigelegt werden kann? Wenn alles nicht hilft, kann zur Moderation eines Dauerstreites immer noch die Personalabteilung hinzugezogen werden.

Schadet es der Karriere, wenn man sich an die Personalvertretung oder Betriebsrat wendet?

Mitarbeiter haben das Recht, sich beim Betriebsrat zu beschweren, wenn sie sich vom Arbeitgeber oder auch anderen Arbeitnehmer benachteiligt oder ungerecht behandelt fühlen. Nachteile dürfen ihnen daraus nicht entstehen. Viel besser ist, zunächst mit dem Chef zu sprechen. Wer diesen Weg grundsätzlich ablehnt, qualifiziert sich damit nicht unbedingt für weiter gehende Aufgaben.

Die Fragen stellte Christine Demmer.

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