Zeitung Heute : Protest von unten

Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen den geplanten Bau dreier Möbelhäuser

Cay Dobberke

Wenn Heinz Murken in der Seesener Straße aus dem Fenster blickt, sieht er die S-Bahn, die Stadtautobahn und eine Ansammlung mittelgroßer Betriebe – darunter Autozubehör-Händler und Werkstätten. Nun sind dort gleich drei Möbelhäuser geplant. Doch Anwohner laufen Sturm gegen die Pläne; sie fürchten vor allem den Autolärm.

Das „Bürgerbündnis“, ein von Murken mitbegründeter Zusammenschluss von sieben Anwohnerinitiativen in der City-West, startet nun ein Bürgerbegehren. Im Laufe des Monats sollen Unterschriftensammlungen beginnen. „In der ersten Phase brauchen wir Unterschriften von drei Prozent der Wahlberechtigten im Bezirk – das sind knapp 7000“, rechnet er vor. In der zweiten Stufe müssten etwa 30 000 Bürger zustimmen. „Das könnte man zusammen mit den Wahlen im September organisieren“, sagt er. Ein erfolgreiches Bürgerbegehren wirke sich wie ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung aus.

Mit Murken an der Spitze will das kiezübergreifende Bürgerbündnis sogar selbst zur BVV-Wahl antreten. Online präsentiert es sich unter www.buergerbuendnis.de.

Ein wenig relativiert Murken seine Kritik am Bauprojekt: „Wir sagen nicht, dass wir gar kein Möbelhaus wollen.“ Es gehe vor allem um das Ausmaß des Projekts. Einige Händler und Restaurantwirte in der nahen Westfälischen Straße fürchten überdies die Konkurrenz durch die so genannten Randsortimente in den Möbelmärkten. Denn in den größeren Häusern gibt es längst nicht mehr nur Möbel.

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