Zeitung Heute : PSYCHO-KAMMERSPIEL Mein Traum oder die Einsamkeit ist nie allein

Stephanie Grimm

Ein namenloser Mann hat genug von den Zwängen, den fremdbestimmten wie den selbst auferlegten. Er versteckt sich vor seiner Familie auf dem Gelände einer stillgelegten Fabrik – und trifft dort auf eine Frau. Die trägt den bedeutungsschwangeren Namen Godot und treibt sich bevorzugt in der Kanalisation herum. Eine Nacht lang führen die beiden manierierte und pseudo-tiefgründige Gespräche. Das Fazit dieser spannungsfreien Dialoge könnte heißen: Alles wäre einfacher, wenn Menschen ihre widersprüchliche Natur akzeptieren würden. In Form von TV- Einspielern gibt es darüber hinaus Einblicke in die Familiengeschichte des namenlosen Mannes: der Nazi-Großvater, die sich ewig einmischende Mutter, die vorwurfsvolle Ehefrau und die Geliebte, die sich ausgenützt fühlt. Konstruiert und blutleer.

Stephanie Grimm

„Mein Traum“, D 2007, 100 Min., R: Roland Reber, D: Wolfgang Seidenberg, Mira Gittner

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