Zeitung Heute : PSYCHODRAMA

Der letzte Tango in Paris.

Jan Gympel

Heute ist dies kaum mehr vorstellbar, aber vor rund 40 Jahren war dieser Film ein Riesenskandal oder zumindest ein Aufreger – welcher Art die Aufregung auch immer sein mochte. In manchen Ländern wurde die Arbeit des jungen Bernardo Bertolucci, der später in eher esoterische Sphären abdrehen sollte, sogar verboten. Ein alternder amerikanischer Witwer (als Endvierziger immer noch attraktiv: Marlon Brando) und das junge französische Objekt seiner Begierde (Maria Schneider) verleihen ihrer Beziehung in Paris mit ausgiebigem, zunächst anonymem Kopulieren Ausdruck. Wobei natürlich keine Genitalien in Aktion gezeigt wurden und schon damals galt: Wenn es Kunst sein soll, darf das sexuelle Treiben den Beteiligten nur begrenzt Freude bereiten. Hier besteht endlich wieder einmal Gelegenheit, den vielschichtigen Film auf der Leinwand zu sehen. Jan Gympel

Regenbogen Kino, Fr/Sa 21 Uhr, So/Mo 20.30 Uhr

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