Zeitung Heute : PSYCHOTHRILLER

Vineta

Jens Mühling

Fünf Männer landen auf einer Insel irgendwo in der Ostsee. Auf jeden wartet eine Aufgabe von epochaler Bedeutung, in die sich besonders der Architekt Sebastian Färber mit inbrünstiger Hartnäckigkeit verbeißt. Peter Lohmeyer mimt den Workaholic mit stoisch infarktgefährdetem Gesichtsausdruck, mit hypernervösen Ticks und tonlos gefühlsentfremdeter Maschinenstimme. Irgendwas aber ist faul im Staate Vineta, Färber ahnt es, schon bevor ihm die ersten Warnungen zuspielt werden. Ein metaphysischer Psychothriller, ein Drama über krankhaft Arbeitssüchtige, eine Orwellsche Metapher für den Überwachungsstaat – all das ist „Vineta“. Und leider ist das ein bisschen viel. Visuell gelingen Regisseurin Franziska Stünkel erstaunliche Momente, erzählerisch bleibt „Vineta“ hölzern. Verbissener Film über verbissene Menschen. Jens Mühling

„Vineta“, D 2006, 97 Min.,

R: Franziska Stünkel, D: Peter Lohmeyer, Ulrich Matthes, Justus von Dohnányi

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben