Zeitung Heute : Public Relations: Professionelle Krisenkommunikation

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Parteispenden, Ökosteuer oder Koalitionskrisen: Krisenkommunikation gehört in der Mediengesellschaft zum politischen Geschäft. "Wenn der Ernstfall eintritt - Krisenkommunikation aus Sicht von Parteien und Medien" lautet der Titel eines media coffees, den die dpa-Tochter news aktuell am 3. Juli in Berlin im Presseclub am Schiffbauerdamm 40 veranstaltet. Axel Wallrabenstein, Managing Director der PR-Agentur Publicis Public Relations, moderiert die Veranstaltung mit Journalisten und Politikern. Die Teilnahme ist nur nach Voranmeldung unter t 040 / 41 13- 28 45 möglich.

Nicht weniger problematisch: Störfälle in Produktionsanlagen (etwa Hoechst 1993), kommunikative Fehltritte von Führungskräften (etwa Deutsche Bank 1994), Konflikte mit Anspruchsgruppen (etwa Brent Spar 1995) oder Innovationsdefekte (etwa A-Klasse 1997). Solche Krisen stellen Unternehmen vor außergewöhnliche Herausforderungen. Und: Nicht selten sorgen weniger die Ereignisse als solche, als vielmehr Defizite in der Öffentlichkeitsarbeit für Negativschlagzeilen. "Professionelle Hilfestellung von PR-Agenturen oder selbstständigen PR-Beratern ist im deutschsprachigen Raum kaum zu erhalten", meint Frank Roselieb.Der Krisenforscher an der Universität Kiel und Herausgeber der Internet-Portale www.krisennavigator.de und www.crisisnavigator.org kennt Vorbilder: In Nordamerika seien Krisenkommunikation und Issues Management fest etablierte Größen. Im Qualifikationsregister des DPRG-Index "PR-Berater in Deutschland 2001" jedoch tauchen die Bereiche "Krisenkommunikation" und "Issues Management" nicht auf. "In der Tat sind diese Tätigkeitsfelder in Deutschland unterrepräsentiert", weiß auch DPRG-Präsident Stephan Becker-Sonnenschein. "Die Berufsverbände in den USA haben Krisenkommunikation und Issues Management schon vor Jahren als attraktives Betätigungsfeld erkannt und bieten ein umfangreiches Aus- und Fortbildungsangebot an", ergänzt Klaus-Peter Johanssen. Der Krisenberater und ehemalige Kommunikationsdirektor der Deutschen Shell AG ist kommissarischer Sprecher des Arbeitskreises.

Mit dem Arbeitskreis "Krisenkommunikation / Issues Management" möchte die Deutsche Public Relations Gesellschaft e.V. das Bewusstsein für die Notwendigkeit und den Nutzen von Krisenkommunikation und Issues Management unter den Pressesprechern und PR-Fachleuten deutscher Unternehmen schärfen. PR-Beratern und Agentur-Mitarbeitern soll die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Fortbildung in diesem Bereich gegeben werden. Durch Kontakte mit der Wissenschaft strebt der Arbeitskreis außerdem an, die Integration entsprechender Inhalte in die Studienpläne der Universitäten und Fachhochschulen zu ermöglichen.

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