PUMPSPEICHERKRAFTWERKE : PUMPSPEICHERKRAFTWERKE

Gewaltige Wassermassen fließen durch die beiden Fallrohre des Pumpspeicherkraftwerks Wendefurth. Das Kraftwerk dient zum Ausgleich von Leistungsschwankungen im Netz und hat außerdem die Funktion eines Energiespeichers. Foto: picture-alliance/ZB
Gewaltige Wassermassen fließen durch die beiden Fallrohre des Pumpspeicherkraftwerks Wendefurth. Das Kraftwerk dient zum Ausgleich...Foto: picture-alliance/ ZB

Auch das Angebot von Solarenergie schwankt erheblich: Nachts liefern die Solarzellen und Sonnentürme gar keinen Strom, tagsüber verringern Nebel, Dunst und Wolken den Ertrag oder bringt strahlend blauer Himmel besonders viel Strom. Die tiefstehende Sonne liefert im Winter natürlich viel weniger Energie als das im Sommer beinahe vom Zenit brennende Zentralgestirn. Ausgerechnet im Winter aber steigt der Stromverbrauch und an Regentagen sitzen viel mehr Menschen vor dem Fernseher oder Computer als bei Ausflugswetter.

Auch wenn Solartürme und Photovoltaik einen kräftigen Anteil der Stromversorgung übernehmen, müssen große Speicher für Elektrizität die häufig auftretenden Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage puffern. Bisher stützt sich die Wirtschaft da vor allem auf sogenannte Pumpspeicherwerke. Im Grunde handelt es sich dabei um Stauseen, in die überschüssiger Strom zum Beispiel in der Nacht Wasser pumpt, wenn Kohlekraftwerke weiter Strom liefern, aber die Verbraucher schlafen. Wird dann tagsüber mehr Strom benötigt, als die normalen Kraftwerke liefern, schießt das Wasser wieder in die Tiefe und treibt über Turbinen Generatoren an. Diese liefern knapp 80 Prozent der Elektrizität, die vorher zum Hochpumpen des Wassers eingesetzt wurde. Allein in Deutschland gibt es 33 solcher großen Pumpspeicherwerke, die mit mehr als 6600 Megawatt die Leistung von fünf großen Kernkraftwerken haben.

Zwei große Vorteile hat die Methode, Elektrizität als hochgepumptes Wasser zu speichern: Der Wirkungsgrad von knapp 80 Prozent wieder gewonnener Energie ist hervorragend und Pumpspeicherwerke können innerhalb von Minuten volle Leistung bringen. Andererseits hängt die Speicherkapazität vor allem von der gespeicherten Wassermenge und dem Höhenunterschied zwischen Wasserspiegel und Turbine ab. Mangels größerer Höhenunterschiede fallen Pumpspeicherwerke daher im größten Teil der norddeutschen Tiefebene im Wortsinn flach. Aber auch in den Mittel- und Hochgebirgsregionen Europas sind die Möglichkeiten ziemlich ausgereizt, weil an den guten Standorten längst Speicherkraftwerke gebaut wurden. Obendrein zerstört jeder neue Stausee Natur und Kultur unter seinem Wasserspiegel, neue Anlagen dürften also kaum dazu kommen.

Die vorhandenen Pumpspeicherwerke in Deutschland aber sind mit dem Ausgleichen der Nachfrageschwankungen bei annähernd gleichbleibender Stromproduktion aus Kohlekraftwerken bereits ausgelastet. Zusätzliche Speichermöglichkeiten für Wind - und Solarenergie könnten daher nur bestehende Kraftwerke zum Beispiel in Norwegen bieten. Bezahlen könnte man diese Leistung dann mit Strom aus Windparks.

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