Zeitung Heute : „Queen Mum“ ist zu familiär Unvorhersehbar Verkorkstes Gesetz Billige Zwangsarbeiter

Der Tagesspiegel

LESERBRIEFE

Betrifft: Ihre Berichterstattung über den Tod und die Beisetzung der britischen Königinmutter

Als lange in Berlin lebender Engländer muss ich mein Erstaunen zum Ausdruck bringen, wie die deutsche Presse (auch das deutsche Fernsehen) die Bezeichnung „Queen Mum“ scheinbar ungeprüft aus dem Englischen übernommen hat und im völlig unangemessenen Kontext im Deutschen immer wieder verwendet.

Der Ausdruck „the Queen Mum“ (den Engländer ganz nebenbei nie ohne den bestimmten Artikel verwenden) ist äußerst familiär im Ton. Er wird liebevoll und – wie so vieles in der englischen Umgangssprache – tongue in cheek, also nicht ganz ernst gemeint, verwendet.

Aber selbstverständlich wird weder in der seriösen Presse noch im Fernsehen von der Königinmutter als „the Queen Mum“ gesprochen, sondern immer als „the Queen Mother“, wie sie richtig heißt.

In der gesamten mehrseitigen Berichterstattung zum Tode der Königinmutter in der Wochenzeitung, die ich zufällig zur Hand hatte (Weekly Telegraph) kommt die Bezeichnung „Queen Mum“ ein einziges Mal vor, und zwar in Anführungsstrichen als Zitatbeleg für die liebevolle Art, wie Briten informell über die beliebte alte Dame zu sprechen pflegten. Sonst wird durchgehend nur von „the Queen Mother“ gesprochen.

Michael Ferguson,

Berlin-Charlottenburg

Betrifft: „Der große und der kleine Terror“ vom 3. April 2002

Nun muss ich endlich einmal schreiben: Ich finde Ihre Zeitung super. Dank mehrerer Umzüge hatte ich schon verschiedene Tageszeitungen im Abonnement. Was mir an Ihnen besonders gefällt: Sie sind nicht so vorhersehrbar in Ihren Meinungsäußerungen.

Vielen Dank also für für die nette halbe Stunde morgens zwischen fünf und halb sechs. Die trägt wesentlich dazu bei, dass ich trotz meiner drei kleinen Kinder noch nicht gänzlich verblödet bin.

Ingrid Röller, Berlin

Betrifft: „Eichel macht Jagd auf kleine Steuersünder“ vom 4. April 2002

Für einen Rechtsstaat unwürdig, wurde eine strafrechtliche Norm in die Abgabenordnung aufgenommen, ohne dass für den Steuerbürger konkret erkennbar ist, wann er den Straftatbestand verwirklicht hat. Wieder einmal zeigt sich, dass der Gesetzgeber unter Zeitdruck und ohne auf Fachmeinungen einzugehen Gesetze erlässt, die weit über das Ziel hinausschießen. Nur wenn die Auswirkungen dieses „verkorksten“ Gesetzes öffentlich gemacht werden, ist Hoffnung auf Abhilfe gegeben.

Marlene Großkreutz, Berlin

Betrifft: Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Wehrpflicht vom 10. April 2002

Das Urteil war nicht anders zu erwarten. Vielmehr stellt sich doch die Frage der Folgen der Abschaffung der Wehrpflicht für die Bundeswehr und vor allem für den Zivildienst. Schließlich sind junge Männer als Zivildienstleistende billige auszubeutende Zwangsarbeiter, die die tragende Säule des „sozialen“ Pflegesystems in Deutschland sind! Was würde aus der Bundeswehr überhaupt? Wer möchte heute noch Berufssoldat werden? Wo die Ausbildung so ungenügend wie das Material ist.

Toni Schieck, Düsseldorf

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