Zeitung Heute : Quer durch Australien

Niederländisches Solarauto gewann World Solar Challenge in Rekordzeit

Roland Koch

Exakt 32 Stunden und 39 Minuten hat Nuna II im vergangenen Oktober gebraucht, um Australien von Norden nach Süden zu durchqueren. Damit hat das niederländische Solarauto einen Rekord aufgestellt: Nie zuvor hat ein Fahrzeug die Strecke zwischen Darwin und Adelaide mit der Kraft der Sonne schneller zurückgelegt.

Das ist ein Meilenstein und eine Herausforderung zugleich. Denn beim alle zwei Jahre stattfindenden World Solar Challenge, der über 3010 Kilometer quer durch Australien ausgetragen wird, treten die besten Solar-Tüftler aus aller Welt gegeneinander an. 2003 starteten 22 Solarautos aus zehn Ländern.

Die „fliegenden Holländer“, wie die Gewinner des Rennens von der australischen Presse genannt wurden, begnügten sich überdies nicht mit dem einen Rekord. Sie packten gleich drei weitere dazu: Mit 96,8 Stundenkilometern erreichten sie die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit, die auf der Strecke bisher gefahren wurde, am dritten Renntag legten sie eine Strecke von 830 Kilometern zurück – auch das hatte ein Solarauto noch nie an einem Tag geschafft – und am vierten und letzten Renntag stellte der Wagen mit der Höchstgeschwindigkeit von 110 Stundenkilometern einen Weltrekord auf.

Entwickelt haben das Solarautor zwölf Studenten der Universitäten Delft und Rotterdam in einjähriger Arbeit. Hauptsponsor ist der Energiekonzern Nuon, der mit einer Beteiligung von 250 000 Euro pro Jahr einen Großteil der Gesamtkosten von rund 1 Million Euro übernommen hat.

Wie schon sein Vorgänger-Modell ist Nuna II mit modernster Weltraumtechnologie ausgerüstet. Das ermöglicht ein Technologietransfer-Programm der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), mit der das Fahrzeug gemeinsam entwickelt wird. So ist die Außenhülle des Autos beispielsweise mit insgesamt neun Quadratmeter Triple-Junction-Galliumarsenid-Zellen beschichtet. Mit diesen modernen Solarzellen lässt sich mehr Energie gewinnen als mit herkömmlichen. Erst wenige Wochen zuvor wurden sie erstmals von der ESA eingesetzt.

Trotz der Erfolge wird die Arbeit der Niederländer nicht lange ruhen. Schon im Sommer wird ein neues Nuon Solar Team gebildet – 2005 gilt es, die eigenen Rekorde zu brechen.

Weitere Infos im Internet:

www.wsc.org.au

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