Zeitung Heute : „Quirliges Leben und Orte der Ruhe“ Charlottenburg besticht durch seine Vielfalt

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Was macht für Sie den Charme Charlottenburgs aus, Frau Thiemen?

In Charlottenburg findet man alles, was eine Großstadt braucht: quirliges Leben und zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten am Ku’damm, Cafés, Restaurants und Theater, aber auch Orte der Ruhe und Erholung, zum Beispiel im Grunewald, an der Havel und in den vielen Stadtparks. Die haben übrigens alle ihren ganz eigenen Charakter – einige sind kunstvoll gestaltete Schmuckplätze, andere Landschaftsparks wie zum Beispiel der Brixplatz im Westend mit seiner natürlichen Vegetation. Und mit der Zusammenlegung der Bezirke Charlottenburg und Wilmersdorf hat der Stadtteil noch einmal ein neues, bunteres Gesicht erhalten.

Hat der Bezirk nach der Wiedervereinigung attraktive Konkurrenz durch die „neue Mitte“ Berlins bekommen?

Das schien am Anfang so. Doch dieser Trend hat sich ganz offensichtlich nicht durchgesetzt. Die City West stellt nach wie vor einen lebendigen Mittelpunkt Berlins dar. Das belegen die hohen Passantenzahlen und auch die vielen Tax-Free-Einkäufe, die an Ku’damm und Tauentzien registriert werden. Die Einkaufsgegend rangiert im Berliner Vergleich immer noch ganz oben, vor Friedrichstraße und Unter den Linden. Charlottenburg muss sich also nicht verstecken. Außerdem kann eine Stadt wie Berlin mit rund 3,4 Millionen Einwohnern doch ruhig mehrere Zentren haben. Das spiegelt ja auch ihre Entstehungsgeschichte wider – schließlich sind in Berlin im Jahre 1920 acht größere Städte und 59 Landgemeinden aufgegangen.

Wo sehen Sie spannende zukünftige Entwicklungen in Charlottenburg?

Eine wichtige Rolle wird sicher die Technische Universität mit ihren zahlreichen Ausgründungen spielen. Die dort versammelte Kompetenz kann durchaus mit so erfolgreichen Wissenschaftsstandorten wie Berlin-Buch oder Adlershof mithalten. Auch die Erschließung der Spreestadt zwischen Spree und Landwehrkanal ist ein spannendes Projekt – mit einem Investitionsvolumen, das immerhin drei Mal so hoch ist wie seinerzeit am Potsdamer Platz. Das KPM-Quartier und Daimler Benz sitzen zum Beispiel dort, aber auch viele interessante Wissenschafts- und Technologieunternehmen.

Das Gespräch führte Silke Zorn

Monika Thiemen (SPD) ist seit 2001 Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf.

Außerdem leitet sie im Bezirksamt die Abteilung Finanzen, Bildung und Kultur.

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