Zeitung Heute : Rätseln und Reisen: Aktiv-Tour durch Polens Kulturerbe Bialowieza-Nationalpark

U. H.

Eine kombinierte Wander-, Kanu- und Radtour, die für acht Tage in den Osten Polens führt, ist in dieser Woche zu gewinnen. Die vom Dresdner Reiseveranstalter Schulz-Aktiv-Reisen (Telefonnummer: 03 51 / 26 62 56, im Internet unter der Adresse: www.schulz-aktiv-reisen.de , E-Mail: info@schulz-aktiv-reisen.de ) gesponserte Reise für zwei Personen geht in den letzten Urwald Europas, in den Nationalpark von Bialowieza. Im Preis enthalten ist die Zugfahrt von Berlin nach Warschau, der Bustransfer nach Bialowieza, sämtliche Übernachtungen, Halbpension, Stadtrundfahrt und Übernachtung in Warschau, Transfers, sowie die Kanu- und Radmiete. Um Ostpolen ging es auch in der vergangenen Woche täglich um 9 Uhr 45 in der Sendung "Meridian 13" auf Radio Multikulti. Mehr Informationen zur Reise sowie Tipps zum Quiz erfährt man zudem heute zwischen 13 und 15 Uhr im "Reisefieber-kompakt" auf 106,8 MHZ.

1. Geografisches

Nördlich des Urwalds von Bialowieza befindet sich der 3200 Hektar große Stausee Siemianowka, der durch die Sperrung des Flusses Narewka entstand. Der Fluss wird übrigens am dritten Tag der Reise per Kanu erpaddelt. Der See Siemianowka trägt aber noch einen anderen Namen. Die Bezeichnung ist allerdings irreführend, denn sie suggeriert ein flaches Gewässer mit Inseln oder sogar Dünen. Wie lautet dieser Name?

2. Urwüchsiges

Der Wald und die Heide von Bialowieza stellen einen der letzten ursprünglichen Lebensräume Mitteleuropas dar. Hier besteht die größte Wisent-Herde Europas, aber auch Luchse, Wölfe und Elche. Seit dem 15. Jahrhundert wird der Wald geschützt. Früher veranstalteten dort litauische Fürsten, polnische Könige und russische Zaren ihre Jagden. Normalsterblichen war das Betreten verboten. Die Unesco zählt den Urwald seit 1977 zum "Erbe der Menschheit". Dem aufmerksamen Wanderer werden im Nationalpark besondere Markierungen auffallen: Im 18. Jahrhundert, nach der dritten Teilung Polens, teilten die Russen den Wald in so genannte Forstkompartimente ein. An diesen Linien verlaufen heute die meisten Wege. Oft sieht man alle 250 oder 500 Meter markierte Steine. Jedes Teilstück des Waldes hatte eine Länge und Breite von 1066,8 Metern. Dies ist ein altes russisches Längenmaß, wie nennt man es?

3. Orthodoxes

Der Nordosten Polens wird oft auch als das "exotische Polen" beschrieben. Bei der Rundreise wird man einige alte, aber auch neu gebaute orthodoxe Kirchen besuchen. Sie sind Zeugnis für den russischen Einfluss in Ostpolen. Rund 300 000 Weißrussen leben in der Grenzregion zu Weißrussland. Entsprechend stark ist der orthodoxe Glaube in dieser Region ausgeprägt. Seit der Wende steigt der Einfluss der orthodoxen Kirche wieder. Deutlich wird dies auch durch die zunehmende Anzahl von Gläubigen, die jedes Jahr im August zu einem heiligen Berg reisen. Der Berg und das gleichnamige Kloster sind nicht nur eine Walfahrtsstätte, sondern zugleich auch das geistige Zentrum der zeitgenössischen orthodoxen Gemeinde. Viele Menschen pilgern zu dem in der Nähe der Stadt Siemiatycze gelegenen Berg, um ein Kreuz aufzustellen. Zehntausende von Kreuzen stehen bereits. Wir möchten jetzt nicht wissen, was auf den zahlreichen Schildern im Umkreis der Kreuze steht, nämlich "Keine Zigaretten anzünden", sondern wie der Berg heißt.

4. Sprachliches

Der berühmteste Sohn der nordostpolnischen Stadt Bialoystok war wohl Ludvik Zamenhof, der dort 1859 geboren wurde. Zamenhof wuchs in einer Umgebung von Feindseligkeiten und Hass zwischen Deutschen, Juden, Litauern, Polen und Russen auf, die ihn stark geprägt haben muss. Denn der junge Ludvik begann bereits als Gymnasiast damit, eine Sprache zu entwickeln, die die Völker zusammenbringen sollte: das Esperanto. Die Bezeichnung "Esperanto" geht aber nur indirekt auf Zamenhof zurück. Der Augenarzt und Humanist bezeichnete die Sprache als "Linguo internacia" ("internationale Sprache"). Unter diesem Titel hatte er sein erstes Buch 1887 über die Sprache verfasst. Worauf geht der Name zurück und was bedeutet Esperanto?

5. Was ist falsch?

Im Nationalpark von Bialowiecza leben rund 200 Wisente. Die manchmal 1000 Kilogramm schweren Tiere sind sehr gefräßig, nehmen täglich bis zu 60 Kilogramm Nahrung auf. In Zoos wird ihnen im Winter deshalb auch schon einmal ein "Weihnachtsbaum" serviert. Hauptsächlich stehen aber Gräser und Kräuter auf ihrem Speiseplan. Wobei sie auch gegen Früchte nichts einzuwenden haben. Auf den einsamen Höfen im Wald von Bialowieza kann es durchaus vorkommen, dass die Wisente im Herbst durch die Obstgärten streifen. Gegen die nächtlichen Besuche helfen sich die Bauern mit einem Netz, das sie unter die Bäume spannen, wodurch die Früchte nicht mehr auf den Boden fallen. Seitdem haben sie Ruhe vor den Wisenten. Betreut werden die Wisente des Parks vom Institut für Säugetierforschung der polnischen Akademie der Wissenschaften. Bekannt wurde das Institut nicht durch die Wisente sondern durch die Entdeckung einer Eigenschaft der kleinen Sumpfspitzmaus, die auch in den Urwäldern lebt. Sie verfügt über eine Eigenschaft, die man Dehnel-Effekt nennt. August Dehnel war der Begründer des Instituts. Dehnel fand bei den Mäusen eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit: Sie verändern ihre Schädelgröße, ihre Körpergröße und auch die Größe ihrer Organe und passen sie den Jahreszeiten an. Im Herbst sind sie größer, im Winter verkleinern sie sich und im Frühjahr wachsen sie wieder. Den Wisenten hat das politische Tauwetter seit Glasnost eher geschadet. Denn zu Beginn der Solidarnosc in Polen im Jahre 1981 wurde auf weißrussischer Seite ein zwei Meter hoher Stacheldrahtzaun gezogen, der für Wölfe und Luchse keine Barriere darstellt, aber seitdem die "polnischen" Wisente von den "weißrussischen" trennt. Der Eiserne Vorhang ist gefallen, der Stacheldrahtzaun steht immer noch. Oder nicht? Was haben wir uns ausgedacht, den Weihnachtsbaum, die Obstbaumnetze, die Dehnel-Maus oder den Solidarnosc-Zaun?

An der Auslosung nehmen alle Einsendungen mit fünf richtigen Antworten teil. Es gilt: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, wie auch die Barabgeltung oder die Übertragung des Gewinns, Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Die Antworten bitte ausschließlich auf einer Postkarte an: Der Tagesspiegel, Reiseredaktion, 10876 Berlin. Einsendeschluss ist Dienstag, der 12. März 2002 (Poststempel gilt). Die vergangene Woche vom Berliner Reiseveranstalter Chamäleon-Reisen (Otto-Suhr-Allee 115, Telefonnummer: 030 / 347 99 60, Internet-Adresse: www.chamaeleonreisen.de ) verloste Rundreise durch Ecuador hat Cornelia Wäscher in 10623 Berlin gewonnen. Die Antworten: 1. südlich, 2. Plaza de los Ponchos, 3. El Oriente, 4. Teufelsnase, 5. Falsch waren die rupfenden Pinguine.

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