Zeitung Heute : Rätseln und Reisen: Weinfest im Breisgau

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Es geht ins südbadische Dreiländereck nach Freiburg zum Weinfest. Zu gewinnen ist ein Wochenende (Freitag bis Sonntag, 4. bis 7. Juli 2002) für zwei Personen. Inbegriffen ist der Swiss-Flug Berlin-Basel/Mulhouse/Freiburg-Berlin, Transfer und zwei Übernachtungen mit Frühstück im historischen Vier-Sterne-Hotel "Victoria" an der Altstadt, einem der umweltverträglichsten Hotels der Welt, sowie ein badisches Essen und ein geführter Stadtrundgang. Möglich wird die Tour durch die freundliche Unterstützung der Freiburg Wirtschaft und Touristik GmbH & Co. KG, Rotteckring 14, 79098 Freiburg (Telefon: 07 61 / 388 18 05, Telefaxnummer: 07 61 / 370 03, Internet-Adresse: www.freiburg.de), des Hotels "Victoria", Eisenbahnstraße 54, 79098 Freiburg (Telefonnummer: 07 61 / 20 73 40, Telefaxnummer: 07 61 / 20 73 44 44, E-Mail-Adresse: sleep@hotel-victoria.de) und der Fluggesellschaft Swiss (www.swiss.com). Freiburg war in der vergangenen Woche auch Thema im "Reisefieber" täglich um 9 Uhr 45 in der Meridian 13-Sendung auf SFB 4 Radio Multikulti. Der schnellste Anrufer mit der richtigen Antwort auf die Tagesfrage gewinnt einen Reiseführer nach Wahl. Mit mehr Reiseinformationen werden diese fünf Fragen heute von 13 Uhr 05 bis 15 Uhr im "Reisefieber-Kompakt" auf 106,8 MHz wiederholt.

1. Geschichtliches

Nicht in düsterem Graubraun - wie andernorts - erhebt sich das Münster über der Stadt, sondern in rötlichem Sandstein. Schon vor über 700 Jahren gaben die Freiburger den Dingen ihre eigene Färbung. Heute gehört die Schwarzwaldstadt am Kaiserstuhl zu den begehrtesten Wohnorten der Republik. Hier paaren sich Innovationsfreude und Traditionsbewusstsein. Im Dreiländereck weht ein weltoffener Wind. Eine wechselvolle Geschichte hat die Menschen aufgeschlossen gemacht. Die Österreicher regierten über Jahrhunderte, Frankreichs König nahm Freiburg in Besitz, die Badener gewannen es zurück. Und stets war der Freigeist von jenseits des Rheins zu fühlen, ob von den Schweizer Eidgenossen oder den Bastillestürmern. Wann genau befand sich Freiburg in französischer Hand?

2. Sonniges

Freiburg ist die heimliche Solarhauptstadt Deutschlands. Vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme bis zum International Solar Energy Society arbeitet man an einer High-Tech-Sonnenwende. Der Solarfabrikant Georg Salvamoser und der Solararchitekt Rolf Disch leben hier. Freiburgs drehbares Solarhaus "Heliotrop" nutzt die Sonnenwärme optimal - wie eine Pflanze, die sich dem Licht zuneigt. Nicht nur das. Als erste deutsche Stadt führte Freiburg schon 1984 die frei übertragbare Umweltkarte für Busse und Bahnen ein. Stadtplaner aus Bangkok erfahren auf dem City-Bike und in der Straßenbahn wie Mobilität auch gestaltet werden kann. Sogar als Hotelgast kann man ökologisch logieren: Im "Victoria", dem möglicherweise umweltfreundlichsten Vier-Sterne-Hotel der Welt. Den Strombedarf deckt das "Victoria" aus regenerativen Energien - ein Null-Emissionshaus, doch ohne Komfort und Service zu schmälern. Und damit es so weiter voran geht, richtet die Stadt vom 28. bis 30. Juni eine Messe für Solartechnologie aus. Wie heißt sie?

3. Fließendes

Auf Freiburgs Pflaster sind die Dinge im Fluss. Die viel gerühmten "Bächle" strömen allerorten durch die Altstadt - ein verzweigtes Netz schmaler Wasserrinnen. Dieses Überbleibsel aus dem Mittelalter prägt das Stadtbild bis heute. Bereits 1220 wurden die Bächle in Chroniken erwähnt. Sie speisen sich aus dem Gewerbekanal, den man seinerzeit für Müller, Gerber und Granatschleifer anlegte. Inzwischen sind die Bächle Kult. Und ein Volksvergnügen. Freiburger nehmen Fußbäder darin, Touristen waten während der Sommerhitze mit hochgekrempelten Hosen durch die Flut, Enten schwimmen darauf, Kinder jagen neben hinein geworfenen Stöckchen her. Schimmernde Sinnbilder der Lebensfreude. Aus welchem Fluss stammt das Wasser, das über den Gewerbekanal in die Bächle gelangt?

4. Verfeinertes

Freiburg - eine Spätzle-Hochburg? Zu simpel gedacht. Gewiss, die strohgelbe Mehlspeise ist so etwas wie die Pasta des deutschen Südwestens. Doch die eigentliche Besonderheit der badischen Küche ist Raffinesse, Verfeinerung. Ob es nun Schäufele sind, das saftige Schulterstück des Schweins, das hauchzart gepökelt und leicht geräuchert sein muss oder gekochtes Ochsenfleisch in milder Meerrettichsoße mit Boullionkartoffeln. Schwere Tunken und fetttriefende Braten sind nicht Sache der Badener. Entsprechend der Tageszeit und dem Gericht kommt auch der richtige Gaumenkitzler auf den Tisch. Zur Vorspeise ein duftig-zarter Gutedel, zum krönenden Hauptgang vielleicht ein roter Spätburgunder - fruchtig und wuchtig. Auf zahllosen Weinfesten haben Besucher Gelegenheit, die vielen hundert Weine aus der Region zu verkosten. Wie heißen die drei Weinanbaugebiete Badens, die in Freiburg aneinander grenzen?

5. Was ist falsch?

Findig und pfiffig waren die Freiburger schon immer. So heißt das Schwarzpulver nicht etwa Schwarzpulver, weil es dunkel ist, sondern weil es der Freiburger Berthold Schwarz erfunden haben soll. Auch Amerika verdankt einem Freiburger seinen Namen. Ein Versehen. Denn der Kartograf Martin Waldseemüller nannte den Kontinent am 24. April 1507 auf seiner Weltkarte Amerika, weil er glaubte, Amerigo Vespucci habe die Neue Welt entdeckt. Alle Versuche Waldseemüllers Amerika nachträglich in "Papageienland" um zu benennen, scheiterten. Ausgerechnet im selben Jahr, 1507, konstruierte der Uhrmacher Johann Lukas in seiner mechanischen Werkstatt den ersten Branntwein-Destillierkolben der Welt. Lukas habe mehr als 500 Kiepen besten Gutedels verbraucht, heißt es, ehe seine "Sürpfelkanone" des ersehnte Getränk ausspie. Ja, der Geist des Weines. Sogar im Frondienst ließ ein Junker Freiburgs Bauern saufen. Um die üppigen Jahrgänge 1539 und 1540 loszuwerden, mussten die Bauern die Fässer leer trinken. Der Chronist schreibt: "Die Bauern machten sich an dieses lustige Geschäft; dabei gab es Händel und Schlägereien, welche der Junker mit Geldstrafen belegte." Die Pointe: Damit verdiente der Edelmann mehr, als wenn er den Wein verkauft hätte. Was ist hier geflunkert?

Der Preis wird unter allen Einsendungen mit den fünf richtigen Antworten verlost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, genauso die Barabgeltung oder Übertragung des Gewinns. Die Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Die Antworten bitte auf einer Postkarte an: Der Tagesspiegel, Reiseredaktion, 10876 Berlin. Einsendeschluss ist Dienstag der 4. Juni 2002 (Poststempel).

In der vergangenen Woche war eine Woche Rügen "Wasserferienwelt für die ganze Familie" zu gewinnen. In einem schwimmenden Sommerhaus am Yachthafen Putbus-Lauterbach im "Jaich Marina Lauterbach", Telefonnummer: 03 83 01 / 80 90, im Internet unter: www.im-jaich.im-web.de. Gewonnen hat diese Reise Michael Bölke in 14195 Berlin. Die Lösungen: 1. Ulme (slawisch: ilum), 2. hinterm Wald/Busch, 3. 750 Millimeter, 4. Insel, 5. Bambusfloßdorf in Chile.

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