Rasende Regierung : Die schmutzigsten Minister

Die Kanzlerin antwortete gar nicht, aus ihrem Kabinett reagierten immerhin zehn Minister. Vielen Länderchefs war das Thema ebenfalls zu heikel, nur in Bremen, Hamburg, Thüringen und im Saarland wagten sie es, die offenbar hoch brisanten Informationen freizugeben. Dagegen antworteten 14 Länderumweltminister auf die Anfrage der Deutschen Umwelthilfe. Das Ergebnis: Beim Autofahren hört der Spaß auf, und der Umweltschutz steht für deutsche Politiker weit hinten. Den EU-Zielwert von 130 g CO2-Ausstoß pro Kilometer hält allein die Berliner Umweltsenatorin Katrin Lompscher ein, ihr Toyota bringt es sogar auf nur 104 Gramm pro Kilometer. Die anderen Befragten, die allesamt Mercedes, Audi oder BMW bevorzugen, fangen unter 200 Gramm pro Kilometer gar nicht an:

– Heidemarie Wieczorek-Zeul,

Entwicklungsministerin, Mercedes

E200, 212 g/km

– Sigmar Gabriel, Umweltminister, Mercedes E200 NGT, 222 g/km

– Horst Seehofer, Verbraucherschutzminister, Audi A8, TDI, 224 g/km

– Olaf Scholz, Arbeitsminister,

Audi A8, TDI, 224 g/km

– Michael Glos, Wirtschaftsminister, BMW 730Ld, 238 g/km

– Brigitte Zypries, Justizministerin, Audi A8, TDI, 246 g/km

– Ursula von der Leyen, Familien-

ministerin, Audi A8, FSI, 259 g/km

– Wolfgang Tiefensee, Verkehrs-

minister, BMW 740i, 267 g/km

– Annette Schavan, Bildungsministerin, Mercedes S450, 272 g/km

– Ulla Schmidt, Gesundheitsministerin, Mercedes S500, 286 g/km.

Ulla Schmidt fährt nicht nur den schwersten Wagen im Kabinett, auch die Länderkollegen, die antworteten, bleiben dahinter zurück. Allein Dieter Althaus, Landeschef von Thüringen, bringt es mit seinem BMW 750i immerhin auf 271 g/km. Damit überholt Althaus wiederum seinen Umweltminister Volker Sklenar, dessen Audi A8 TDI 249 g/km in die Luft und Sklenar bei den Länderumweltministern, mit seinem NRW-Kollegen Eckhard Uhlenberg, auf den letzten Platz bläst.

Allerdings wird es Politikern, die umweltbewusst fahren wollen, auch nicht immer leicht gemacht, wie der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller, erfahren musste. Um den CO2-Ausstoß zu mindern, bestand Müller auf einem kleineren Dienstwagen, als dieser ihm von Amts wegen her zustünde. Das aber löste Widerstand bei den Fahrern aus. Sie fürchteten offenbar einen Statusverlust, wenn sie ein kleineres Auto fahren – und nutzen offenbar nun, wo immer möglich, die Höchstgeschwindigkeit. cir/deh

Die ganze Liste finden Sie unter: www.duh.de

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