Zeitung Heute : Raubkopierer geht für vier Jahre in Haft

Der in Deutschland größte Fall von Produktpiraterie in der Softwarebranche ist am Dienstag mit einer Haftstrafe von vier Jahren für den Angeklagten zu Ende gegangen. Die Wirtschaftskammer des Aachener Landgerichtes hielt es für erwiesen, daß der 39jährige Texaner in seinen englischen Firmen zwischen Juli 1997 und 1998 illegale Kopien von Computer-Software und Handbüchern des amerikanischen Softwareherstellers Microsoft produziert hatte. Bei der Festnahme des Texaners hatten die Fahnder im Juli 1998 mehr als

600 000 Plagiate im Wert von 120 Millionen Mark sichergestellt.

Das Urteil erging wegen eines gravierenden Verstoßes gegen das Markenrecht. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten sechs Jahre Haft gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

Der kriminelle Handel war aufgeflogen, nachdem Microsoft einen Hinweis auf die Raubkopien erhalten und selbst recherchiert hatte. Bei dem Versuch, 68 000 illegal hergestellte CDs und Handbücher in einem Lkw in eine Lagerhalle bei Aachen zu bringen, wurde der Texaner von deutschen Zollfahndern festgenommen. Fündig wurden die Fahnder auch in der Lagerhalle und in einem gemieteten Container. Bei den 600 000 Plagiaten handelte es sich überwiegend um die Microsoft-Betriebssysteme Windows 95 und Windows NT.

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