Zeitung Heute : Rauhe wird zum Premieren-Star

Der Tagesspiegel

Duisburg (dpa/Tsp). Doppelweltmeister Ronald Rauhe war am Sonnabend der überragende Sprinter bei der Saison-Eröffnung der deutschen Kanuten in Duisburg. Der 20-jährige Berliner Kajak-Spezialist setzte sich bei der ersten Weltmeisterschafts-Qualifikation auf der Wedau über 200 m souverän vor dem Magdeburger Tim Huth und dem Potsdamer Lutz Altepost durch. Der frühere 1000-m-Weltmeister Lutz Liwowski (Essen) fehlte zum Saison-Einstieg ebenso wie seine Vereinsgefährtin Nadine Opgen-Rhein wegen einer Erkältung.

Überraschend kommt der Erfolg von Rauhe nicht. Das Kraftpaket gilt als das größte Talent des deutschen Kanusports und beeindruckt seit langem mit exzellenten Ergebnissen. Nach dem Rücktritt der vielmaligen Weltmeister Torsten Gutsche und Kay Bluhm streitet Rauhe mit Lutz Liwowski um die Rolle des führenden deutschen Kanuten. Liwowski allerdings ist sehr darum bemüht seinen Status zu verteidigen. Allerdings ist er schon 35 Jahre alt. Der Diplom-Ingenieur hat nach den Olympischen Spielen 2000 in Sydney noch etwas gut zu machen. Als Favorit im Einer über 1000 m wurde er in Sydney wegen eines Fehlstarts disqualifiziert, und im 500-m-Rennen kam er lediglich auf den fünften Platz. Er kehrte damit quasi mit leeren Händen aus Australien zurück, eine Bilanz, die ihn stark geärgert hat. Schließlich ist er Weltmeister und einer der weltbesten Kanuten. Ronald Rauhe dagegen holte sich zusammen mit Tim Wieskötter aus Potsdam im Zweietr-Kajak über 500 m die Bronzemedaille.

Das Frauen-Rennen in Duisburgüber 200 m entschied 1000-m-Vizeweltmeisterin Katrin Wagner aus Potsdam vor ihrer Vereinsgefährtin Yvette Erlebach für sich. Zweier-Weltmeisterin Manuela Mucke (Potsdam) kam auf Platz sechs, die zwölfmalige Weltmeisterin Anett Schuck (Leipzig) wurde auf der ungeliebten Sprint-Distanz sogar nur Achte. Den Canadier-Wettbewerb dominierte erwartungsgemäß Olympiasieger und Weltmeister Andreas Dittmer (Neubrandenburg).

Am Samstagnachmittag standen die 500-m-Rennen auf dem Programm (die Wettbewerbe waren bei Redaktiosschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet). Am Sonntag finden das 2000-m-Rennen der Herren und das zweite 500-m-Rennen der Frauen statt. Zusammen mit den Ergebnissen der Frühjahrsregatta, die am 11./12. Mai an gleicher Stelle ausgetragen wird, erstellen die Bundestrainer eine Rangliste, nach der die Boote für die Saison-Höhepunkte zusammengestellt werden, die Europameisterschaft im ungarischen Szeged (18.-21. Juli) und die Weltmeisterschaft in Sevilla (29. August - 1. September).

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