Zeitung Heute : Raumschiff Kinderzimmer

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Von Roland Koch

Mitten in den Sommerferien an die Schule zu denken, kommt wohl nur denjenigen Kindern in den Sinn, die ihrem ersten Schultag noch entgegenfiebern. Die Eltern allerdings werden derzeit überall in der Stadt an den Schulstart erinnert: In vielen Schaufenstern sind jetzt Schultüten und Lernfüller zu sehen – und in Möbelgeschäften rücken die Kinderschreibtische in den Vordergrund. Denn für Eltern hat die Einschulung auch eine andere Seite: Jetzt ist die Zeit für neue Anschaffungen gekommen.

Doch bevor man das erste Mal loszieht, um die nötigen Möbelstücke zu erwerben, lohnt es sich, ein paar Gedanken auf die Investitions-Methode zu verwenden: Darauf nämlich, ob man künftig regelmäßig neue Möbel anschaffen oder lieber „mitwachsende“ kaufen will. Das sind Tische und Stühle, die sich unterschiedlichen Körpergrößen anpassen. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Wer öfter was Neues kauft, kann zum Beispiel den Stil wechseln. 16-Jährige werden es ihren Eltern in aller Regel danken, nicht mehr an dem Schreibtisch sitzen zu müssen, den sie schon zur Einschulung hatten. Andererseits hat man die Rennerei und regelmäßige Anschaffungskosten. Letztere hat man zwar auch, wenn man aus einer Serie ergänzt. Dafür verheißen deren Hersteller eine Art „Rundum-sorglos-Paket“. Grund genug, sich eine Offerte anzusehen.

Moll heißt ein Gruibinger Familienunternehmen, das 1925 gegründet wurde und zunächst Büromöbel produzierte. Vor rund 30 Jahren kam man hier auf die Idee, sich im Bereich der Kindermöbel zu etablieren und stellte mitwachsende Kinder- und Jugendschreibtische her. Heute befindet sich die Firma in der dritten Generation und das „Young Office System“ hat sich zu einem umfangreichen Schreibtisch-Programm entwickelt, das aus drei Serien besteht: „basic“, „nature“ und – ganz neu – „science“.

„Die Serie science ist sozusagen mein Kind“, sagt Martin Moll, der vor gut einem Jahr die Geschäftsführung übernommen hat. Er habe diese neue Serie praktisch zum Generationswechsel mitgebracht. Markteinführung war im Mai. „science ist eine notwendige Erweiterung der Produktpalette“, meint Moll. „Sie hat eine design-betonte, ästhetische Linie, die zwischen basic und nature steht.“ Bei diesen beiden Linien überwog noch deutlich die Orientierung auf den Baustoff Holz. „science“ kommt jetzt mit lediglich 13 Millimeter starken, aber sehr harten HPL-Platten (Hochdruck-Laminat) aus.

Mit dieser Serie soll offensichtlich ein Paradigmenwechsel im Kinderzimmer eingeläutet werden: Kühles Design und mit ihm auffällige Farben gewinnen auch hier an Bedeutung – oder sollen sie zumindest bekommen. Denn auf dem Kindermöbel-Markt werben viele Anbieter um die Gunst der Kunden. „Team 7“, „Moizi“ oder „Erli“ sind nur einige der Konkurrenten, die im Massivholz-Bereich ein breites Angebot bereit halten.

Wie der Begriff schon andeutet, gehört zum „Young Office System“ mehr als der Tisch. „Der Schreibtisch ist in allen drei Serien die Quelle des Systems“, sagt Martin Moll. „Aber er kann um zahlreiche weitere Einzelteile und Möbel ergänzt werden, etwa mit Erweiterungsplatten, PC-Tischen, Regalen oder Containern.“ Der große Vorteil der Serienmöbel: Alles ist so aufeinander abgestimmt, dass es sukzessive angeschafft werden kann. Zusätzlich bieten diverse Details – von der Bildersteckleiste bis zur Abrutschsperre – sowie zahlreiche Möglichkeiten für Farbkombinationen Auswahl. So will man den Bedürfnissen vom Einzeltisch bis hin zur kompletten „Workstation“ gerecht werden.

Händler loben die bewährte Qualität der Möbel. „Bei den drei Moll-Serien stehen Funktionalität und Ergonomie im Mittelpunkt“, sagt Peter Christ, der das Geschäft „sitz-art“ in der Uhlandstraße betreibt. „Die Schreibtischplatte lässt sich beispielsweise entsprechend der Körpergröße in der Höhe und Neigung verstellen. Hochwertige Materialien und eine präzise Verarbeitung machen die Möbel strapazierfähig und über viele Jahre haltbar.“ So würden die Möbel auch mehrere Geschwister-Generationen überleben. Diese Einschätzung teilt auch Stefan Ahrens von Trollhus im stilwerk. „Die Tischplatte kann zum Beispiel in einem Bereich von 52 bis 85 Zentimetern verstellt werden“, sagt er. „Das reicht schon für Vorschulkinder und immer noch für Erwachsene.“

Daneben hat Moll auch einen Stuhl entwickelt. „Maximo“ heißt das gute Stück und ist ebenfalls so konzipiert, dass es mit seinem Nutzer mitwachsen kann. Auf ein stabiles Fußkreuz mit fünf Rollen ist eine kräftige Schrägsäule montiert, an der sich die Sitzfläche und die Rückenlehne auf die individuellen Körpermaße des Kindes einstellen lassen. Das Gestell gibt es in sieben Farben, dazu kommen zahlreiche Stoffmuster. Die Bezüge sind leicht zu wechseln. In die Sitzfläche ist sogar ein Geheimfach eingebaut – so was kommt bei Kindern gut an.

Eltern verspricht die Firma Moll in ihren Prospekten, die richtige Wahl getroffen zu haben, Kindern sogar „pure Begeisterung“. Da können Erstere nur hoffen, dass Letzteres auch noch zutrifft, wenn das Fahrrad später mal dem Motorroller weichen muss. Denn der Spaß für einen science-Schreibtisch geht bei 600 Euro erst los.

Kindermöbel der Firma Moll gibt es in Berlin unter anderem bei: sitz-art, Uhlandstraße 159, 10719 Berlin, Tel: 854 73 58. Trollhus im stilwerk, Kantstraße 17 – 20, 10623 Berlin, Tel: 31 51 54 60. Infos und eine vollständige Händlerliste gibt es auf der Internet-Seite www.moll-system.de .

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