Zeitung Heute : Recht und Reisen: Wenn man in der Badewanne ausrutscht

Lebensrisiko. Urlauber, die im Hotel in einer Badewanne ausrutschen, haben keinen Anspruch auf Minderung des Reisepreises. Die Veranstalter müssten zwar für den Sicherheitsstandard eines Hotels sorgen, aber nicht für die Ausstattung der "Badewannen mit Rutschmatte und Haltegriff". Anders als im Krankenhaus oder Altersheim gehe die "Gefährdungslage" beim Baden und Duschen im Urlaub nicht über das allgemeine Lebensrisiko hinaus. (Amtsgericht Bad Homburg, Aktenzeichen: 2 C 594/99) faf

Gewinn. Einem Reiseveranstalter ist es nicht erlaubt, an Kunden "Gewinnzertifikate" zu verschicken, in denen ein Gutschein für eine Reise angekündigt wird, wenn die Empfänger 40 Prozent des Reisepreises selbst tragen und gegebenenfalls zusätzlich einen Einzelzimmerzuschlag zahlen müssen. (Oberlandesgericht Hamm, Aktenzeichen: 4 U 92/99) W. B.

Verfrüht. Wer trotz eines Aufpreises für den Flug mit einer Condor-Maschine auf eine ausländische Gesellschaft umgebucht wird, die zudem mit zehnstündiger Verspätung hin- und mit siebenstündiger "Verfrühung" zurück fliegt, hat Anspruch auf Rückzahlung des Aufpreises (hier: 300 Mark für zwei Personen) sowie der durch die Flugzeiten entstandenen Aufwändungen beziehungsweise Unannehmlichkeiten (hier: 188 Mark). (Amtsgericht Hersbruck, Aktenzeichen: 3 C 1634/98) W. B.

Gepäckverlust. Werden einem Reisenden, der bereits auf dem Rückweg zu seinem Heimatort ist, zwei Taucherausrüstungen auf einer Autobahnraststätte gestohlen und meldet er den Schaden erst, als er wieder zu Hause ankommt, so kann die Reisegepäckversicherung die Zahlung wegen "Verletzung der Obliegenheitspflicht" verweigern. Der Urlauber hätte den Verlust "unverzüglich" melden müssen. (Urteil des Landgerichts München I, Aktenzeichen: 23 O 13989/98) W. B.

Ausrutscher. Rutscht ein Urlauber auf dem "feuchten, hochglänzenden Steinboden aus geschliffenem Marmor" zwischen Swimming-Pool und Toilette aus und verletzt er sich dabei (hier: Oberschenkelhalsbruch), so kann er den Reiseveranstalter dafür nicht haftbar machen (hier: Verdienstausfall, Schmerzensgeld), weil solche Wege regelmäßig "keine Gefahr darstellen" und Hotelgäste damit rechnen müssen, dass sie "feucht und rutschig" sind. (Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 2/121 O 467/98) W. B.

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