Zeitung Heute : Recht und Reisen

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Endpreis. Bei Flugreiseangeboten muss dem Verbraucher stets der Endpreis genannt werden. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem Urteil (Aktenzeichen: I ZR 104/99). Wie die Fachzeitschrift "BGH-Report" (23/2001) berichtet, zählen dazu Angaben zu den bei der Flugreise anfallenden Steuern sowie zu Flughafen- und Sicherheitsgebühren. Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage einer Verbraucherschutzorganisation gegen ein Reisebüro statt. Dieses hatte für Linienflüge geworben, ohne den Endpreis zu nennen. So hieß es etwa in einem Prospekt für mehrere Linienflüge: "Alle Preise zuzüglich Steuern." Wie hoch diese waren, wurde nicht gesagt. Der BGH beanstandete dies als einen Verstoß gegen geltendes Wettbewerbsrecht. Die unvollständige Preisangabe sei geeignet, den Wettbewerb auf dem Markt für Flugreisen wesentlich zu beeinträchtigen. dpa

Schussfahrt. Skifahrer müssen auf Sicht fahren, sonst tragen sie bei einem Zusammenstoß auf der Piste zumindest eine Teilschuld für den Unfall. Darauf macht der Anwalt-Suchservice in Köln aufmerksam, der sich dabei auf ein Urteil des Oberlandesgerichtes Hamm beruft (Aktenzeichen: 27 U 209/00). In dem Fall befand sich eine Frau mit ihrer Familie zum Skifahren auf der Piste und legte auf halben Weg eine Pause ein. Von oben näherte sich ein weiterer Skifahrer im Zickzackkurs. Da der Mann weit genug entfernt schien, fuhr die Familie vor ihm wieder auf die Piste. Allerdings ging der andere Skifahrer plötzlich in die Schussfahrt über und prallte im hohen Tempo mit der Frau zusammen. Die Verunglückte habe daraufhin von dem Mann Schadenersatz verlangt, so der Anwalt-Suchservice weiter. Der Unglücksfahrer jedoch gab der Frau eine Mitschuld. Das Gericht gab der Frau Recht. Zur Begründung hieß es, der Mann hätte sich an die Verhaltensregeln des Internationalen Skiverbandes halten müssen. Dazu gehöre es, auf Sicht zu fahren. Dies sei bei einer Schussfahrt wegen der gebückten Haltung und der hohen Geschwindigkeit nur schwer möglich gewesen. Deshalb hätte der Mann nur Schuss fahren dürfen, wenn auf der Strecke nicht mit anderen Personen zu rechnen gewesen wäre. dpa

Rutschgefahr. Rutschige Fliesen am Swimmingpool eines Hotels sind kein Reisemangel. Auch wenn ein Urlauber stürzt und sich verletzt, kann er vom Reiseveranstalter keinen Schadenersatz verlangen. So entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (Aktenzeichen: 16 U 195/00) und bestätigte damit in der Revision die vorherige Entscheidung des Landgerichts. Die Rutschgefahr im Bereich des Pools sei eine übliche Begleiterscheinung und für den Reisenden erkennbar, so die Richter. In dem verhandelten Fall war ein Urlauber auf Ischia in der Thermalbeckenhalle seines Hotels gestürzt und hatte sich den Oberarm gebrochen. Auch nach einer Operation blieb der Arm nur eingeschränkt beweglich. Schadenersatzansprüche wiesen die Richter jedoch zurück: Ausrutscher am Pool gehörten zum privaten Unfall- und Verletzungsrisiko, für das nicht der Reiseveranstalter haftbar gemacht werden könne. Auch der Hinweis des Klägers, die Fliesen seien extrem rutschig gewesen, begründeten noch keinen Reisemangel. Da der Urlauber vor dem Sturz bereits elf Tage in dem betreffenden Hotel verbracht habe, seien ihm die nassen Fliesen am Pool außerdem bekannt gewesen. dpa

Reisegepäckversicherung. Sehen die Bedingungen einer Reisegepäckversicherung vor, dass Foto- und Videoausrüstungen in einem verschließbaren Reisekoffer aufgegeben werden müssen, so werden die Kunden dadurch nicht unverhältnismäßig eingeschränkt - mit der Folge, dass ein Reisender keinen Ersatz verlangen kann, wenn seine Videokamera aus einer Kunststoffreisetasche gestohlen wird. (Amtsgericht Köln, Aktenzeichen: 119 C 174/00) W. B.

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