Zeitung Heute : Recht und Reisen

W. B.

Rückflug. Haben Pauschalurlauber Anspruch auf Kostenerstattung, wenn sich der Rückflug verzögert und deshalb der Rückweg vom Heimatflughafen nach Hause nicht wie geplant durchgeführt werden konnte (hier: weil die abholbereiten Freunde nicht später kommen konnten und deshalb ein Taxi genommen werden musste? Nein, vor allem (wie hier) in der Hauptsaison muss mit Verspätungen bei Charterflügen gerechnet werden. (Amtsgericht Hamburg, Aktenzeichen: 18"a C 393/00) W. B.

Busfahrer. Dürfen Restaurantketten Busfahrer, die mit Reisegesellschaften die Lokale ansteuern, mit "Prämien" belohnen? Nein, weil es sich dabei um "eine Art verschleierte Verkaufspraxis" handelt, die gegen Wettbewerbsregeln verstößt. Dass solches Tun "branchenüblich" sein soll, führt nicht zur Rechtmäßigkeit, sondern zeigt eher "die Verwilderung der Wettbewerbssitten". (Oberlandesgericht München, Aktenzeichen: 6 U 6374/98) W. B.

Gepäck. Was ist ein Urlaub noch wert, wenn er im Ausland (hier: in Marokko) "ohne Koffer" verbracht werden muss, weil er auf dem Flug dorthin verloren gegangen ist? Nur die Hälfte. Denn wer ohne eigenes Gepäck seine Ferien verbringen muss und die Reise dennoch nicht gleich abbrechen will, der muss sich "erheblich einschränken" - mit der Folge einer 50-prozentigen Reisepreisminderung. (Amtsgericht Bad Homburg, Aktenzeichen: 2 C 3393/00) W. B.

Reisemängel. Wo muss reklamiert werden, wenn ein Urlauber Reisemängel anzumelden hat? Er muss sich an den Reiseveranstalter wenden. Beklagt er sich lediglich beim Reisebüro, so wird weder die einmonatige Beschwerdefrist eingehalten, noch wird dadurch die sechsmonatige Verjährungsfrist gehemmt. (Amtsgericht Hannover, Aktenzeichen: 540 C 4998/01) W. B.

Wettbewerb. Darf eine Fluggesellschaft (hier: Lufthansa) von einem Konkurrenten (hier: Ryanair) behaupten, dass deren Billigtarife "in Wirklichkeit nur in geringer Zahl existieren oder nur für den Hinflug gelten"? Nein, diese "die Geschäftsehre verletzenden Äußerungen" sind gerichtlich untersagt worden. Auch der Ausdruck "Rosstäuscherei" darf nicht verwendet werden. (Landgericht Köln, Aktenzeichen: 31 O 99/02) W. B.

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