Zeitung Heute : Recht und Reisen

"Strandlage". Ein Pauschalurlauber kann die Unterbringung wechseln, wenn ein von ihm zu Recht beanstandeter Mangel vom Veranstalter nicht behoben werden kann. Liegen die Minderungsansprüche jedoch unter zehn Prozent, so kann der Reiseveranstalter vom Reisenden verlangen, die Mängel - bei Minderung des Preises - in Kauf zu nehmen. (Hier wurde ein Wechsel anerkannt, da bei zugesagter "Strandlage" das Hotel 400 Meter über zwei Straßen entfernt war.) (Amtsgericht Bad Homburg, Aktenzeichen: 2 C 1902/01-15) W. B.

Rauchverbot. Rauchverbot im Speisesaal eines Luxushotels ist kein Reisemangel. Das erfuhr ein Ehepaar vom Amtsgericht Frankfurt am Main. Es wies Forderungen an einen Reiseveranstalter zurück, dieser sei "eher verpflichtet, die gesundheitlichen Belange seiner Kunden zu wahren als das Genussinteresse eines bestimmten Teils". Die Urlauber sahen in dem Rauchverbot einen "Missstand", lehnten Frühstück und Abendessen in einem Extra-Raum ab und nahmen stattdessen ihre Mahlzeiten außer Haus ein. (Aktenzeichen: 30 C 1726/01-25) tdt

Sicherungsschein. Ansprüche aus "Sicherungsscheinen", die die Folgen von Insolvenzen von Reiseveranstaltern ausgleichen sollen, bestehen nicht nur für natürliche Personen. Auch Gewerbetreibende können Vertragspartner von Reiseveranstaltern sein (hier: ein Unternehmen, das 20 Busreisen nach Paris gekauft und sie zu Werbezwecken an Kunden verschenkt hatte, die keine eigenen Ansprüche aus dem Reisevertrag geltend machen konnten). (Bundesgerichtshof, Aktenzeichen: X ZR 17/01) W. B.

Unfallversicherung. Ein Verein, der eine Reise anbietet, muss mitreisende Nichtmitglieder nicht über deren Versicherungsschutz aufklären. Hat ein solcher Reiseteilnehmer einen Unfall, muss der Verein für Schäden nicht haften. Schadenersatzansprüche können auch nicht eingeklagt werden, entschied das Oberlandesgericht Celle (Aktenzeichen: 11 U 70/01). Das berichtet die von der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht in Frankfurt herausgegebene Fachzeitschrift "ReiseRecht aktuell". In dem verhandelten Fall war der Kläger mit einem Sportlehrerverband, bei dem er nicht Mitglied war, in den Skiurlaub gefahren und hatte sich bei einem Sturz verletzt. Vor Gericht machte er geltend, nicht darüber informiert worden zu sein, dass für ihn - anders als für Mitglieder des Vereins - kein Unfallversicherungsschutz bestanden habe. Die Richter argumentierten jedoch, der Verband sei nicht zur Aufklärung über bestehenden Versicherungsbedarf verpflichtet. Der Kläger habe außerdem davon ausgehen müssen, dass für ihn als Nichtmitglied nicht der gleiche Versicherungsschutz wie für die Mitglieder gelte.

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