Zeitung Heute : Recht und Reisen

Autobahn. Liegt ein Ferienhotel neben einer Autobahn, kann der lärmgeplagte Urlauber den vollen Reisepreis zurückverlangen und eine Entschädigung fordern. Beides hat das Düsseldorfer Landgericht einem Kläger zugesprochen. Der Veranstalter hatte im Katalog zwar angegeben, dass die Zimmer zur Straße liegen. Der Hinweis sei aber verharmlosend, befanden die Richter (Aktenzeichen: 22 S 261/99). dpa

Schmerzensgeld. Nach dem Warschauer Abkommen kann gegen Fluggesellschaften wegen verloren gegangenen Gepäcks kein Anspruch auf Schadenersatz wegen nutzlos aufgewandter Urlaubszeit geltend gemacht werden. Schmerzensgeld kann nur verlangt werden, wenn der Fluggesellschaft grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz nachgewiesen werden kann. (Amtsgericht Hannover, Aktenzeichen: 559 C 6725/01) W. B.

Abbruch. Zu den Pflichten eines Reisebüros kann es zwar gehören, dass es einen Kunden auf den Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung aufmerksam macht. Doch auf den zusätzlichen Schutz für den Fall des Abbruchs einer Urlaubsreise muss ohne besonderen Anhaltspunkt nicht hingewiesen werden. (Oberlandesgericht Koblenz, Aktenzeichen: 3 U 982/00) W. B.

Thailand. Erhält ein Urlauber nach seinen Ferien Erpresserbriefe von einer Scheinanwaltskanzlei, die ihm vorwirft, ein Kind im Urlaub gezeugt zu haben und gegen eine Überweisung von 350 Euro die Abtreibung zu organisieren (andernfalls sie später Unterhalt "durchsetzt"), so kann er nicht den Veranstalter verantwortlich halten, wenn er herausfindet, dass der Hotelportier seine Daten weitergegeben hat. (Landgericht Düsseldorf, Aktenzeichen: 22 S 178/00) W. B.

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