Zeitung Heute : Rechtestreit

Der Tagesspiegel

Wenn es der Kirch-Gruppe nicht gelingt, sich mit dem spanischen Kanal Via Digital zu einigen, könnte es passieren, dass ein Drittel der deutschen Fußballfans die WM in drei Monaten nicht live im Fernsehen verfolgen kann. Betroffen sind elf Millionen Satelliten-Haushalte. Schuld ist ein Vertragsstreit des Rechte-Inhabers Kirch mit dem spanischen Kanal, der nun vor Gericht gehen könnte. Via digital sieht seine von Kirch zugesicherte Exklusivität gefährdet, weil in Spanien auch die von ARD und ZDF geplanten 24 Live-Berichte über Satellit zu empfangen sind. Die Auswirkungen des Problems haben die Zuschauer bereits bei der Auslosung der WM-Gruppen erfahren: Nach einer Klagedrohung von Via Digital verzichtete das ZDF auf eine Live-Übertragung. „Wir wollen von Kirch Klarheit in dieser Frage“, sagte ARD- Sprecher Rüdiger Oppers. Beim ZDF heißt es:„Wir haben eine klare Abmachung mit Kirch, die die analoge Ausstrahlung über Satellit erlaubt.“ Gleichzeitig bestätigte das ZDF, dass die digitale Ausstrahlung nicht geklärt sei. Kirchs Sportrechte-Chef Alexander Liegl sagte dazu: „Via Digital will Rechte, die sie noch nicht haben.“ Gemeint sind die Rechte fü r die WM 2006 in Deutschland. Kirch hat die WM-Rechte sowohl an ARD/ZDF als auch an Via Digital verkauft. ARD/ZDF zahlten für maximal 25 Live-Spiele 115 Millionen Euro, Via Digital berappte für alle 64 Begegnungen knapp 150 Millionen. In Deutschland sind alle Partien live nur bei Premiere World zu sehen. dpa

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