Zeitung Heute : Reden war gestern

-

Seit den 50er Jahren arbeitet Nordkorea an der Entwicklung von Atomwaffen. Bis 1985 wird das Land dabei von der UdSSR unterstützt. Dann aber drängen die Russen Nordkorea dazu, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten. 1992 erklären Nord- und Südkorea die Halbinsel zur atomwaffenfreien Zone.

Doch nur ein Jahr später verweigern die Nordkoreaner der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) den Zugang zu den Atomanlagen von Njongbjon. Langwierige Verhandlungen beginnen, an deren Ende Nordkorea und die USA im Oktober 1994 das Genfer Rahmenabkommen unterzeichnen. Darin verpflichtet sich Nordkorea sein Atomwaffenprogramm einzustellen und der IAEO freien Zugang zu gewähren. Im Gegenzug wollen die USA dem Regime helfen, die Reaktoren zu Leichtwasserreaktoren umzurüsten. Bis zu deren Fertigstellung soll Nordkorea Öllieferungen erhalten, um seinen Energiebedarf zu decken. Im April 1996 finden die ersten – und auch letzten – Vierparteien-Gespräche zwischen den USA, Nord- und Südkorea sowie China statt. Weitere Verhandlungen scheitern.

Amerika geht auf Distanz zu Nordkorea, in seiner Rede zur Lage der Nation im Jahr 2002 setzt Präsident George W. Bush Nordkorea auf die Liste der „Schurkenstaaten“. Ende 2002 stellen die USA ihre Öllieferungen an Nordkorea ein.

Anfang 2003 tritt Nordkorea aus dem Atomwaffensperrvertrag aus und zwei Jahre später erklärt das Regime offiziell, im Besitz von einsatzfähigen Atomwaffen zu sein.

Im Juli 2006 testet Nordkorea sieben Raketen, die auch Atomsprengköpfe transportieren können. Sie haben eine Reichweite bis Alaska. Beim Test aber kommen die Raketen nicht weit – nach weniger als einer Minute stürzen sie ins Meer.

Die nordkoreanische Armee ist nach der chinesischen die zweitstärkste der Region und die viertstärkste der Welt. Rund eine Million Soldaten sind sofort einsatzbereit. Relativ gesehen ist Nordkorea sogar das weltweit am stärksten gerüstete Land: 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden fürs Militär verwendet.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!