REDOX FLOW CELLS : REDOX FLOW CELLS

Würden Stromversorger vorübergehend überflüssigen Strom in Akkumulatoren zwischenlagern, wäre das schlicht zu teuer. Jeder Autofahrer wird diese Überlegung bestätigen, wenn er an den Preis für eine Starterbatterie denkt, die im Winter sehr schnell leer georgelt ist. Was für Auto, Handy, Laptop und Taschenlampe gut ist, taugt noch lange nicht für die Großtechnik.

Es gibt aber durchaus Akkus, die größere Energiemengen preiswert speichern können. Kristina Bognar von der Technischen Universität Berlin nennt zum Beispiel die Redox Flow Cell. Diese Technik wurde an der University of New South Wales in Australien entwickelt und funktioniert nicht viel anders als herkömmliche Akkus. So fließen in der Bleibatterie im Auto Elektronen vom Blei am Minuspol zum Bleidioxid am Pluspol, wenn dieser Akku den Anlasser anwirft. Lädt dagegen die Lichtmaschine die Bleibatterie auf, fließen die Elektronen in die entgegengesetzte Richtung.

Im Prinzip fließen die Elektronen und damit der elektrische Strom in einer Redox Flow Cell genauso. Allerdings tun sie das nicht zwischen zwei Feststoffen, sondern zwischen zwei Lösungen. Eine dieser Flüssigkeiten besteht zum Beispiel aus verdünnter Schwefelsäure, in der Vanadium(II)- und Vanadium(III)-Ionen schwimmen. In der anderen Hälfte der Zelle enthält die verdünnte Schwefelsäure dagegen Vanadium(IV)- und Vanadium(V)-Ionen.

Der Clou an der Redox Flow Cell, die auch mit anderen Ionenmischungen funktioniert, sind eben diese Lösungen. Solche Flüssigkeiten können getrennt voneinander in Tanks gelagert werden. Erst beim Laden oder Entladen fließen die Lösungen dann langsam durch die Zelle.

Durch diese Trennung von Speicher und Stromproduktion können große Energiemengen aufbewahrt werden, indem sie in entsprechend große Tanks gefüllt werden, die relativ preiswert hergestellt werden können. Die Zellen, die dann elektrischen Strom liefern oder ihn in Form von Ionenlösungen speichern, bleiben dagegen klein und handlich.

Die Redox Flow Cell ist aber nicht nur preiswerter als herkömmliche Akkus, sondern lässt sich auch öfter laden und wieder entladen als eine Bleibatterie. Sie muss also viel seltener erneuert werden; auch das macht diese Alternative preiswert.

In einer japanischen Windkraftanlage liefert eine solche Zelle bereits eine Leistung von sechs Megawatt. Das ist ungefähr die Leistung der stärksten Windräder, die kommerziell auf dem Markt sind. Da die Redox Flow Cell zehn Stunden lang diese Energie liefern kann, kann sie genauso lang eine Flaute überbrücken und ist so eine starke Alternative zu anderen Stromspeichern.

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