Zeitung Heute : REFORMVORSCHLÄGE

Zurzeit sind 900 000 der gut 3,5 Millionen Arbeitslosen in Deutschland älter als 50 Jahre. Sie alle würden wohl von Kurt Becks Idee zum Arbeitslosengeld I profitieren. In einem Brief an die Parteimitglieder forderte der SPD-Chef am Freitag erneut, dass Arbeitslose das Geld ab dem 45. Lebensjahr bis zu 15 Monate lang und ab dem 50. Lebensjahr bis zu 24 Monate lang erhalten sollten. Im Moment erhalten Arbeitslose in der Regel bis zu 12 Monate lang Arbeitslosengeld I; sind sie älter als 57 Jahre, verlängert sich die Bezugsdauer auf 18 Monate. Das von der CDU auf dem Dresdner Parteitag im vergangenen November beschlossene Modell des NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers orientiert sich im Gegensatz zu Becks Vorschlag an der Beitragsdauer und nicht am Lebensalter. Nach dem CDU-Modell hätten Versicherte mit mehr als 15 Beitragsjahren Anspruch auf 15 Monate Leistungsbezug, 25 Jahre würden für bis zu 18 Monate reichen. Bei mindestens 40 Beitragsjahren sieht die CDU eine Zahlung von bis zu 24 Monaten vor. Trotz dieser Unterschiede gibt es Schnittmengen zwischen beiden Vorschlägen. Wer zum Beispiel seit dem 19. Lebensjahr ununterbrochen Beiträge gezahlt hat und mit Ende 50 plötzlich arbeitslos wird, kann nach beiden Modellen damit rechnen, zwei Jahre lang Arbeitslosengeld I zu bekommen. Ähnlich sieht es für einen 46-Jährigen aus, der mit 30 Jahren erstmals Beiträge gezahlt hat. Er würde 15 Monate lang ALG I bekommen. Tsp

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!