Zeitung Heute : Regeneration Pause nach 15 Jahren im Job

Annette Fahrendorf

„Um die Welt gereist bin ich, als ich jung war", sagt Sigrid Seiler. Vor acht Jahren wollte sie einfach nur „meine Ruhe haben.“ Denn als die renommierte Hamburger Rechtsanwältin damals eine berufliche Auszeit zu nehmen beschloss, fühlte sie sich ausgebrannt. 15 Jahre als Anwältin für Familien- und Erbrecht hatten sie geschlaucht.

Zur Erholung fuhr Seiler zunächst für einige Monate nach Kreta: Spaziergänge, Yoga, Meditation – bloß kein Stress. Es folgten Kurse in Selbstheilung und Regeneration auf Mallorca. Zurück in Hamburg begann die damals 53-Jährige dann eine Ausbildung zur Mediatorin und nahm ihre Arbeit wieder auf. Um die Mandanten hatte sich derweil eine Kollegin gekümmert.

„Das Sabbatical und die Zusatzausbildung haben meine Arbeitsweise nachhaltig verändert,“ sagt Seiler heute und ergänzt: „Ich arbeite noch klarer und effektiver als vorher.“ Die Spezialistin für Familien- und Erbrecht nutzte die Auszeit auch dafür, ihren Mandantenbestand zu verkleinern. Seiler hat heute wesentlich weniger Akten im Schrank – und regelmäßig mehr Zeit zur Regeneration. „Ohne Sabbatjahr hätte ich es nicht geschafft, das so weit zu reduzieren,“ sagt sie heute und ergänzt: „Wenn ich damals nicht die Auszeit genommen hätte, wäre ich wahrscheinlich krank geworden". Die Rechtsanwältin arbeitet nur noch an vier Tagen in der Woche, dann allerdings meist mehr als acht Stunden.

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