Zeitung Heute : Regierung plant Netz-Behörde

Die US-Regierung läßt Pläne für eine der Bundespolizei FBI unterstellte Behörde erarbeiten, die die wichtigsten Computersysteme des Landes überwachen soll. Das Federal Intrusion Detection Network könnte ab Mai 2003 vor Computerangriffen warnen, die der US-Regierung Schaden zufügen können. Bürgerrechtsgruppen warnen davor, dass dies zu einer nie dagewesenen Überwachung der Menschen führen könne. In einer Studie wird ein Netzwerk von elektronischen Sperren und Beobachtern vorgeschlagen, die verdächtige Bewegungen in den Computernetzen aufspüren sollen. Als erste sollen im kommenden Jahr die nichtmilitärischen Computer überwacht werden. In dem Bericht wird geschätzt, daß die US-Bundeseinrichtungen im Haushaltsjahr 2000 1,4 Milliarden Dollar für die Sicherung ihrer Computersysteme ausgeben.

In einem Einleitungwort warnt Präsident Bill Clinton, Angriffe auf Computer in wichtigen wirtschaftlichen oder staatlichen Bereichen könnten katastrophale Folgen haben. "Unsere Feinde waren einst auf Bomben und Kugel angewiesen, jetzt können feindliche Mächte oder Terroristen zum Laptop-Computer als Waffe greifen und schweren Schaden anrichten", schrieb Clinton.

Zugesagt wird in der Studie, dass die Maßnahmen keinen Einfluss auf die Privatsphäre der Bürger haben würden. Bürgerrechtsgruppen sind davon aber nicht so überzeugt. Millionen legaler Transaktionen würden überwacht, um einige wenige illegale aufzuspüren, erklärte James Dempsey vom Zentrum für Demokratie und Technologie. Noch völlig ungeklärt sei, was denn geschehe, wenn möglicherweise etwas Verdächtiges entdeckt werde.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar