Zeitung Heute : Regierung weist Ulrikes Eltern ab

Der Tagesspiegel

Berlin/Potsdam. Im Fall der vor einem Jahr ermordeten Ulrike aus Eberswalde hat die Brandenburger Landesregierung den Vorwurf von Justizpannen zurückgewiesen. Entsprechende Behauptungen seien nicht neu und zudem falsch, erklärte Regierungssprecher Erhard Thomas am Samstag. Justizminister Kurt Schelter (CDU) habe bereits im Frühjahr vergangenen Jahres eine eingehende Untersuchung angeordnet. Ergebnis war, dass es keinen Fehler der Justizbehörden gegeben habe.

   Stefan Jahn hatte Ulrike am 22. Februar 2001 verschleppt, missbraucht und erdrosselt. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Der frühere Anwalt der Eltern des Opfers und heutige Berliner Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) hatte, wie berichtet, gesagt, es habe Justizpannen gegeben, die das Justizministerium nicht aufgeklärt habe.   Rund ein Jahr vor dem Mord war der mehrfach vorbestrafte Autodieb Jahn, der zuletzt seit 1998 im Gefängnis saß, auf Bewährung freigelassen worden. Zwei Monate später erwischten ihn Polizisten auf frischer Tat erneut beim Autodiebstahl. Obwohl er laut Gysi sofort geständig war, wurde die Bewährung nicht widerrufen. Jahn blieb auf freiem Fuß . Ohne Bewährung wäre er bis Sommer 2001 in Haft gewesen.

Die Eltern des ermordeten Mädchens haben deshalb Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) und des Landgerichts Cottbus eingelegt. dpa

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